Am 7. November 2026 um 18:30 Uhr wird die Martinskirche Meuselwitz zum Schauplatz eines ganz besonderen Abends. Mosaik Meuselwitz e.V. lädt zu einem musikalisch-literarischen Event ein, das die Herzen der Besucher im Sturm erobern könnte. Im Mittelpunkt steht der Gedichtband „Moabiter Sonette“ von Albrecht Haushofer, und das Versprechen, das diese Veranstaltung mit sich bringt, ist hochinteressant.

„Die Liedertour“, eine Band, die mit ihrer kreativen Ader aufwartet, gestaltet ein Programm, das sowohl Konzerte als auch Lesungen umfasst. Eine Mischung aus Musik und Literatur, die einen tiefen Einblick in die bewegte Lebensgeschichte von Haushofer bietet. Der Dichter, geboren am 7. Januar 1903 in München, war nicht nur ein Geograph und Diplomat, sondern auch ein Schriftsteller, dessen Worte noch heute nachhallen. Während seiner Haft in einem Berliner Gefängnis verfasste er in den letzten Monaten vor seinem Tod 80 Sonette, die als sein politisches und persönliches Vermächtnis gelten.

Ein Blick in die Vergangenheit

Es ist eine düstere und tragische Geschichte, die sich rund um die „Moabiter Sonette“ entfaltet. Am 23. April 1945, in einer Nacht, die für viele eine unvorstellbare Grausamkeit brachte, wurde Haushofer von einem SS-Kommando ermordet. Die Umstände seiner Ermordung sind erschütternd: In der Nacht wurden insgesamt 14 Gestapo-Häftlinge aus dem Gefängnis Moabit fortgeführt, unter dem Vorwand einer Verlegung. Was folgte, war ein Massaker in einem Trümmergelände, wo die Gefangenen brutal erschossen wurden. Haushofer, der noch ein Manuskript mit sich trug, behielt in dieser Horror-Situation seine Gedichte – fünf zusammengefaltete, blutbefleckte DIN-A4-Blätter, die später als „Moabiter Sonette“ veröffentlicht wurden.

Die Gedichte spiegeln nicht nur seine persönliche Geschichte wider, sondern auch die Erfahrungen und Empfindungen einer Generation, die den Untergang ihrer kulturellen Welt vorahnte. So steht das Werk nicht nur für Haushofer selbst, sondern auch für die Stimmen vieler, die unter dem Regime litten. Die Liedertour hat zwölf dieser Sonette vertont, und die Musiker – Ralph Schüller an Gesang und Gitarre, Jann van de Kaast am Schlagzeug und Gesang, Marcel Winkler am Bass und Frank Oberhof am Akkordeon – werden die Texte musikalisch lebendig machen. Die Kombination aus Vertonungen und gelesenen Texten verspricht ein eindrucksvolles Erlebnis.

Ein Teil der Erinnerungskultur

Diese Veranstaltung ist nicht einfach nur ein Konzert. Sie knüpft an eine erfolgreiche Lesung mit Konzert vom 9. November im Vorjahr an und ist Teil einer fortwährenden Reihe zur Erinnerungskultur, die von Mosaik Meuselwitz e.V. ins Leben gerufen wurde. Ein Abend, der sowohl die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit wachhalten als auch die Schönheit der Sprache und Musik zelebrieren soll – ein wahrhaft bewegendes Vorhaben. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich diesen Termin im Kalender rot anstreichen. Es ist mehr als nur ein Event; es ist eine Reise in die Geschichte durch die Kraft der Worte und Melodien.