Schwierige Obsternte 2026: Saftmobil startet trotz Herausforderungen in Lichtenfels
Es ist ein warmer Augusttag in Lichtenfels, und während die Sonne über den Himmel brennt, gibt es auch traurige Nachrichten aus den Obstgärten. Die Keltereien der Gartenbauvereine und das Saftmobil des Kreisverbandes stehen bereit, um trotz einer voraussichtlich schlechten Obsternte Press- und Abfülltermine anzubieten. Ein wenig Hoffnung bleibt – im Streuobstbereich hatte man nach dem rekordverdächtigen Jahr 2025 mit einer Erholung der Bäume gerechnet. Doch die Hitze der vergangenen Wochen hat die Qualität der verbliebenen Früchte stark gemindert. Viele Bäume konnten ihre Früchte nicht mehr ausreichend versorgen und warfen sie ab.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Apfelernte in Deutschland für 2026 rund 934.000 Tonnen betragen wird. Das sind 5,4 % weniger als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre und sogar 17,9 % weniger als im überaus ertragreichen Vorjahr. Diese Ernteeinbußen sind das Resultat der extremen Wetterbedingungen – Hitze, Trockenheit und Hagel haben den Obstbau in diesem Jahr ordentlich durcheinandergewirbelt. Besonders die Äpfel, die mit 32.700 Hektar Anbaufläche das wichtigste Baumobst Deutschlands sind, haben stark gelitten.
Termine des Saftmobils
Doch aufgeben gilt nicht! Das Saftmobil rollt ab dem 5. September wieder durch die Region. Die ersten Press- und Abfülltermine sind wie folgt:
- 05.09.: Rothwind – Tel. 09229 421
- 12.09.: Unterlangenstadt – Tel. 0162 1945688
- 17.09.: Rothwind – Tel. 09229 421
- 18.09.: Burgkunstadt – Tel. 0174 9500793
- 19.09., vormittags: Wiesen – Tel. 09573 340816
- 19.09., nachmittags: Kleukheim – Tel. 09547 6785
- 24.09.: Marktgraitz – Tel. 09574 653595
- 25.09.: Rothwind – Tel. 09229 421
- 26.09.: Unterlangenstadt – Tel. 0162 1945688
- 30.09.: Burgkunstadt – Tel. 0174 9500793
- 01.10.: Marktgraitz – Tel. 09574 653595
- 02.10.: Schney – Tel. 09571 1692955
- 07.10.: Rothwind – Tel. 09229 421
- 08.10.: Burgkunstadt – Tel. 0174 9500793
- 09.10.: Burgkunstadt – Tel. 0174 9500793
- 10.10.: Marktgraitz – Tel. 09574 653595
- 14.10.: Rothwind – Tel. 09229 421
- 15.10.: Marktgraitz – Tel. 09574 653595
- 16.10.: Unterlangenstadt – Tel. 0162 1945688
- 17.10.: Burkheim, ab 14 Uhr – Tel. 09572 603030
- 23.10., vormittags: Wiesen – Tel. 09573 340816
- 23.10., nachmittags: Kleukheim – Tel. 09547 6785
- 24.10.: Rothwind – Tel. 09229 421
- 31.10.: Schney – Tel. 09571 1692955
Michael Stromer, der Kreisfachberater, hat noch einen wichtigen Rat: Vor dem Pressen sollte das Mostobst auf Fäulnis geprüft und möglichst kühl gelagert werden. Nur reifes und gutes Obst ergibt schmackhaften Saft. Die Abfüllung bleibt, wie in den Vorjahren, preiswert: 2,20 Euro für einen 5-Liter-Beutel und 3,40 Euro für einen 10-Liter-Beutel. Aber Achtung: Bei zu geringen Anmeldemengen können Termine abgesagt oder zusammengelegt werden. Und die aktuellsten Informationen findet ihr unter www.landespflege-lichtenfels.de/Saftmobil.
Die Herausforderungen des Obstbaus
Die Situation ist nicht nur in Lichtenfels angespannt. Der Klimawandel hat auch im gesamten Bundesgebiet seine Spuren hinterlassen. Höhere Durchschnittstemperaturen, längere Trockenphasen und häufigerer Hagel beeinflussen die Obsternte massiv. Im Alten Land, dem größten Obstanbaugebiet Deutschlands, blühen die Apfelbäume mittlerweile drei Wochen früher als noch in den 1970er Jahren. Diese Veränderungen bringen Risiken mit sich, etwa durch Schäden durch Spätfröste oder Sonnenbrand. Der Obstbau ist ein Geduldsspiel, denn die Bäume haben lange Standzeiten – eine Apfelplantage wird meist erst nach etwa 20 Jahren neu gepflanzt.
Die Obstbauern setzen auf verschiedene Techniken, um die Erträge zu sichern: Frostschutzberegnung und das Einsetzen von Netzen gegen Hagel sind nur einige Beispiele. Die wärmenden Sommer bringen auch Schädlinge wie den gefürchteten Apfelwickler mit sich, der durch die längere Vegetationsperiode gleich zwei Larvengenerationen entwickeln kann. Ein Teufelskreis, der die Arbeit der Landwirte nicht einfacher macht.
Doch trotz aller Herausforderungen bleibt die Liebe zu den Obstbäumen ungebrochen. Die Natur hat ihren eigenen Rhythmus, und die Bauern sind bereit, für ihre Früchte zu kämpfen. In Lichtenfels, wo die Tradition des Kelterns tief verwurzelt ist, wird auch in diesem Jahr der Saft frisch gepresst, ganz gleich, wie die Ernte ausfällt. Ein Hoch auf die Obstbauern und die Gemeinschaft, die zusammenhält – auch in schwierigen Zeiten!
