Am 24. Oktober 2026 hat sich in Westerau, im schönen Stormarn, ein beeindruckendes Schauspiel abgespielt. Rund 180 Einsatzkräfte haben bei einer großangelegten Waldbrandübung ihr Können unter Beweis gestellt. Der Tag begann früh, gegen 8:30 Uhr, als die Alarmierung ertönte und die verschiedenen Einheiten sich in einem Bereitstellungsraum nahe der Autobahn in Bad Oldesloe sammelten. Die Einsatzkräfte, darunter mehrere Feuerwehren des Amtes Nordstormarn, die Technische Bereitschaft des Kreises Stormarn und sogar eine SEG-Betreuung des Arbeiter-Samariter-Bundes, waren bereit für das, was kommen sollte.

Der fiktive Waldbrand stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen: ein sich schnell ausbreitendes Feuer und eine eingeschränkte Wasserversorgung am Einsatzort. Diese Übung war nicht nur ein Test für die Feuerwehr, sondern auch für die Zusammenarbeit aller Beteiligten – eine wichtige Fähigkeit, wie sich herausstellen sollte. Während die Technik und die Taktik im Vordergrund standen, war auch die menschliche Komponente nicht zu vernachlässigen, denn gemeinsam kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Realistische Bedingungen und Teamarbeit

Die Übungsziele waren klar: Überörtliche Zusammenarbeit, Sicherstellung der Wasserversorgung und Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, wurde ein Wassertransportzug zu einer etwa sechs Kilometer entfernten Wasserentnahmestelle geschickt. Tanklöschfahrzeuge transportierten das Wasser zur Einsatzstelle und speisten es in einen Auffangbehälter ein – ein eindrucksvolles Bild, wenn man die Koordination und den Einsatz der Technik betrachtet.

Wie wichtig die Zusammenarbeit ist, zeigte sich, als die Technische Bereitschaft des Kreises Stormarn nachalarmiert wurde. Diese Gruppe bringt Spezialausrüstung für größere Schadenslagen mit. Ein Wechselladerfahrzeug mit einem Abrollbehälter Wasser war nur eines der vielen Fahrzeuge, die im Katastrophenschutzzentrum in Hammoor stationiert sind. Der Pumpenzug förderte zudem Wasser aus einem Teich – keine leichte Aufgabe, wenn man das unwegsame Gelände und die hohen Temperaturen bedenkt, mit denen die Einsatzkräfte konfrontiert waren.

Besonderheiten der Übung

Die Übung fand in einem Waldstück bis etwa 14 Uhr statt und die Einsatzkräfte übten, einen Brand von der Flanke aus zu bekämpfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Vegetationsbrände sind kein leichtes Unterfangen – sie stellen die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen. Lange Schläuche müssen verlegt werden, und die Tankfahrzeuge pendeln im ständigen Einsatz. Der Landesfeuerwehrverband hat festgestellt, dass die Zahl der Einsätze bei Flächenbränden in Schleswig-Holstein in den letzten Jahren gestiegen ist, und diese Übung war ein wichtiger Schritt, um die Einsatzkräfte darauf vorzubereiten.

Besonders spannend war die Rolle der Drohnengruppe der Technischen Einsatzleitung. Diese übermittelte Livebilder aus der Luft an die Einsatzleitung, was nicht nur für die Einsatzkräfte vor Ort, sondern auch für die Beobachter, unter ihnen Kreistagspräsident Hans Werner Harmuth und Kreiswehrführer Olaf Klaus, ein faszinierender Anblick war. Die Mitarbeitenden des Katastrophenschutzes der Kreisverwaltung beobachteten die Abläufe aufmerksam, um Erkenntnisse für zukünftige Einsätze zu gewinnen.

Herausforderungen und Ausblick

Die Herausforderungen bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden sind vielfältig. In Schleswig-Holstein, wo die Waldfläche im Vergleich zu anderen Bundesländern geringer ist, sind die Feuerwehren dennoch gut aufgestellt. Dennoch wird die Frage nach ausreichend ehrenamtlichem Personal immer drängender. Der Klimawandel könnte dazu führen, dass die Zahl der Vegetationsbrände in Zukunft weiter ansteigt, was uns alle betrifft.

Die Übung in Westerau war also nicht nur ein Training, sondern ein wichtiger Schritt in die Zukunft für die Feuerwehr und alle beteiligten Organisationen. Die Erkenntnisse aus dieser Übung werden sicherlich in die Planung und Durchführung zukünftiger Einsätze einfließen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Feuerwehren in Stormarn und darüber hinaus auf die Herausforderungen reagieren werden, die uns die Natur in den kommenden Jahren stellen wird.