Im Kreis Stormarn tut sich was – und zwar ganz im Sinne der kleinen Familien. Die Initiative „Stillfreundliche Orte“ hat das Licht der Welt erblickt, und das ist wahrhaftig ein Grund zur Freude. Denn mal ehrlich, Stillen in der Öffentlichkeit ist nicht immer einfach. Oftmals stehen Mütter vor der Wahl, ob sie ihr Baby in einem kleinen Geschäft füttern oder im besten Fall gleich im Auto bleiben sollen, um nicht aufzufallen. Die Koordinatorin der Frühen Hilfen, Susann Lindstedt, hatte genug davon, als sie eine Mutter beobachtete, die aufgefordert wurde, einen Laden zu verlassen. Diese Situation brachte Lindstedt dazu, gemeinsam mit Gesundheitsplanerin Ronja Welke-Schäfer eine Lösung zu entwickeln, die hoffentlich bald zur Normalität wird.

Der Kreis Stormarn kennzeichnet nun stillfreundliche Orte mit einem speziellen Sticker. Dieser Sticker ist mehr als nur ein hübsches Bild – er steht für ein wertschätzendes und respektvolles Miteinander. Ziel ist es, dass Familien mit Babys und kleinen Kindern einen Ort finden, an dem sie in Ruhe stillen oder ihre Kinder mit der Flasche füttern können, ohne schiefe Blicke befürchten zu müssen. Ein idealer Ort bietet nicht nur einen geeigneten Sitzplatz in einer sauberen Umgebung, sondern behandelt auch jede Familie mit der gebotenen Wertschätzung.

Was macht einen Ort „stillfreundlich“?

Ein stillfreundlicher Ort gibt also den Müttern das Gefühl, willkommen zu sein. Es wird niemand aufgefordert, das Stillen oder Füttern an einen anderen Ort zu verlegen, und das Beste daran: Die Nutzung ist nicht von einem Kauf oder einer Bestellung abhängig. Auch wenn ein eigener Stillraum, eine Wickelmöglichkeit oder sogar Trinkwasser vorhanden sind, sind diese Dinge keine zwingenden Voraussetzungen. Es geht vielmehr um die Atmosphäre und die Akzeptanz.

Die Initiative ist auch eine Antwort auf die Herausforderungen, mit denen stillende Mütter konfrontiert sind. Eine Studie, veröffentlicht im „Bundesgesundheitsblatt“, hat gezeigt, dass etwa 17 Prozent der Menschen in Deutschland öffentliches Stillen ablehnen. Das ist doch erschreckend, oder? Doch die Akzeptanz wächst, wenn über die gesundheitlichen Vorteile des Stillens informiert wird. Stillen ist nicht nur eine optimale Ernährung für Säuglinge, sondern trägt auch zur Gesundheit von Mutter und Kind bei. Gestillte Kinder sind seltener von Erkrankungen betroffen und entwickeln später weniger oft Übergewicht oder Typ-2-Diabetes.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Das Foyer der Kreisverwaltung ist bereits als erster „Stillfreundlicher Ort“ gekennzeichnet. Landrat Dr. Henning Görtz hat Geschäfte, Betriebe und Einrichtungen im Kreis aufgerufen, ebenfalls Teil dieser wichtigen Initiative zu werden. Die Sticker sollen nicht nur als Erkennungszeichen dienen, sondern auch Orientierung und Sicherheit für Familien bieten, die gezielt nach stillfreundlichen Orten suchen. Hier wird ein ganz klarer Schritt in Richtung gesellschaftlicher Verantwortung und Gesundheitsförderung gemacht – und das ist einfach nur klasse!

Ein Blick auf die Nationale Strategie zur Stillförderung zeigt, dass Deutschland noch viel Potenzial hat, um stillfreundlicher zu werden. Nur etwa 40 Prozent der Säuglinge werden in den ersten vier Monaten ausschließlich gestillt, obwohl empfohlen wird, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen. Das Ziel ist es, jede Frau nach ihrem individuellen Bedarf zu unterstützen und das Stillen in verschiedenen Lebenssituationen zu fördern. Die Initiative in Stormarn ist ein kleiner, aber bedeutender Teil dieser großen Strategie.

Wenn Ihr also ein Café, ein Geschäft oder eine Praxis habt, die sich an diesen Grundsätzen orientiert, zögert nicht, euch zu melden! Unter Stillfreundliche-Orte@kreis-stormarn.de könnt ihr euch direkt an die Verantwortlichen wenden und euren Beitrag zur stillfreundlichen Umgebung leisten.