Herzlich willkommen im Herzogtum Lauenburg, wo die Kunst der Kalligrafie floriert! Die Vorfreude auf den neuen Kurs zur römischen Minuskel-Kursive ist greifbar. Ab dem 28. Oktober 2026, einem Mittwochabend, wird die Reise in die Welt der Kleinbuchstaben beginnen. Sechs Abende lang, jeweils von 19:00 bis 21:15 Uhr, tauchen die Teilnehmenden in die dynamische und lebendige Schrift ein, die nicht nur schön aussieht, sondern auch eine spannende Geschichte hat.

Nachdem im Frühjahrssemester die Großbuchstaben der römischen Kursive erarbeitet wurden, stehen nun die Kleinbuchstaben im Fokus. Die speziellen Ligaturen, die diese Schriftart charakterisieren, verleihen den Buchstaben eine gewisse Anmut und fließende Eleganz. Neben den Buchstaben selbst wird auch die harmonische Abstimmung von Text und Layout behandelt. Ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur die Schrift, sondern auch die Gestaltung des Gesamtwerks beleuchtet!

Der Kurs und seine Materialien

Um diesen kreativen Prozess zu unterstützen, braucht es natürlich auch das richtige Werkzeug. Die Teilnehmenden sollten bereit sein, Bandzugfedern in verschiedenen Breiten, Zeichentusche, Gouache und viele weitere Utensilien mitzubringen. Ein kleines Budget von etwa 4 Euro für die Umlage ist hierfür nötig. Die Kursnummer, für die sich Interessierte anmelden können, lautet 2622070102 und der Preis für den gesamten Kurs liegt bei 96,90 Euro – ein fairer Preis für solch eine künstlerische Entfaltung!

Die römische Kursive hat ihren Ursprung in der antiken römischen Schriftfamilie und war vor allem im Alltag für geschäftliche Schriftstücke von Bedeutung. Überliefert in Papyri aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr., hat sie sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt. Typische Merkmale wie das „b à panse gauche“, ein b mit nach links gerichtetem Bauch, sind ein Beweis für diese aufregende Evolution. Es ist beeindruckend, wie sich die Schrift von flüchtigen Notizen auf Wachstafeln zu einer kunstvollen Kalligrafie entwickelt hat.

Die Wurzeln der römischen Schriftkultur

Wirft man einen Blick auf die Wurzeln der römischen Schriftkultur, erkennt man, wie eng sie mit dem alltäglichen Leben im antiken Rom verbunden war. Von der frühen Republik bis zum Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 n. Chr. entwickelte sich ein breit gefächertes Spektrum an Schriftformen. Die Capitalis Monumentalis, gemeißelt für öffentliche Inschriften, und die Capitalis Rustica, die geschmeidige Buchschrift für literarische Texte, sind nur zwei Beispiele dieser faszinierenden Entwicklung.

Die römische Kursive war besonders für den Alltag gedacht. Sie war schnell geschrieben und perfekt für flüchtige Notizen. Die Anpassungen der Buchstaben an unterschiedliche Schreibmaterialien, sei es Stein, Wachs oder Papyrus, zeugen von der Flexibilität und der praktischen Anwendung der Schrift. Auch die Funde aus Pompeji, die Wandinschriften, Wahlaufrufe und Graffiti umfassen, zeigen, dass das Schreiben Teil des städtischen Alltags war und nicht nur einer kleinen Oberschicht vorbehalten blieb.

Von der Antike bis zur Gegenwart

Die Entwicklung von der römischen Schrift zur mittelalterlichen Buchschrift ist ein weiteres spannendes Kapitel. Kleinbuchstaben, wie wir sie heute kennen, existierten zur Zeit der Römer noch nicht. Erst durch die karolingische Schriftreform im Mittelalter wurden diese Formen populär. Die Proportionen der Capitalis Monumentalis beeinflussen bis heute die Typografie und Kalligrafie. In der modernen Schrift- und Mediendesign-Welt sind römische Vorbilder nach wie vor Inspiration für viele Designer.

So ist der Kalligrafiekurs nicht nur eine Gelegenheit, eine alte Kunst neu zu lernen, sondern auch eine Reise durch die Geschichte der Schrift. Wer also Lust hat, sich kreativ auszuleben und in die Welt der römischen Kalligrafie einzutauchen, sollte sich schnell anmelden. In Herzogtum Lauenburg werden die Buchstaben lebendig!