Erweiterung der Integrierten Gesamtschulen im Landkreis Mainz-Bingen als Antwort auf steigenden Schulplatzbedarf
Die Schullandschaft im Landkreis Mainz-Bingen steht vor einem spannenden Umbruch. Die Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Ingelheim und Nieder-Olm sollen auf jeweils sechs Züge erweitert werden, um dem wachsenden Bedarf an Schulplätzen gerecht zu werden. Das bedeutet, dass insgesamt 112 zusätzliche IGS-Plätze entstehen könnten. Ein Schritt, der nicht nur Eltern und Schüler, sondern auch die gesamte Region betrifft. Der Kreistag wird im Dezember über den Verwaltungsvorschlag entscheiden, vorher beraten Schulträgerausschuss und Kreisausschuss darüber. Ein wichtiger Punkt, der die Schulgemeinschaft bewegt.
Landrat Thomas Barth hat den Vorschlag aus gutem Grund eingebracht: Die Nachfrage nach IGS-Plätzen steigt stetig. In diesem Schuljahr wurden an den IGS in Ingelheim und Nieder-Olm zusammen 254 Schülerinnen und Schüler abgelehnt – eine Zahl, die für sich spricht. Während 224 Kinder einen Platz finden konnten, bleibt ein Nachfrageüberhang bestehen. Die Erweiterung würde nicht nur helfen, die Situation zu entschärfen, sondern auch die bestehenden Gymnasien entlasten. Kreisbeigeordneter Steffen Wolf erklärt, dass die Erweiterungen schneller realisiert werden können als Neubauten, da die Schulen bereits bestehen und über geeignete bauliche Strukturen verfügen.
Ein neuer Wind für die Schulplanung
Im Rahmen dieser Überlegungen wird auch die Option eines neuen Gymnasiums in Stadecken-Elsheim offengehalten, allerdings könnte dessen Realisierung auf sich warten lassen. Der Kreistag hatte bereits ein Gymnasium in Stadecken-Elsheim sowie eine IGS in Mommenheim beschlossen, doch die Rahmenbedingungen haben sich mit der neuen Landesregierung geändert. Der Koalitionsvertrag erlaubt grundsätzlich die Erweiterung von IGS auf sechs Züge. Eine Entscheidung, die das Potenzial hat, die Schulstruktur nachhaltig zu verändern.
Die Pläne für die neue IGS in Mommenheim sind ebenfalls in vollem Gange. Es wurde bereits ein Grundstück von rund 37.000 Quadratmetern ausgewählt, das ausreichend Platz bietet. Bürgermeister Rainer Raab sieht die neue Schule als Herausforderung, betont aber auch die Vorteile: Die Schule könnte schneller geplant und umgesetzt werden als an anderen Standorten. Zudem sind die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die Nähe zur Rheinhessenstraße gegeben, was die Erreichbarkeit für Schülerinnen und Schüler aus umliegenden Verbandsgemeinden erleichtert.
Die Herausforderungen der Überfüllung
Die Situation an den weiterführenden Schulen im Landkreis ist angespannt. Die IGS in Ingelheim, Nieder-Olm, Oppenheim und Sprendlingen können nicht mehr alle Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Letztlich wurden in der vergangenen Zeit etwa 400 Kinder abgelehnt. Eine Petition mit über 2.200 Unterstützenden zeigt, wie sehr die Bevölkerung hinter einer Lösung steht. Die Prognosen des Schulentwicklungsplans deuten auf weiter steigende Schülerzahlen hin, was die Notwendigkeit von zusätzlichen Schulplätzen umso dringlicher macht.
Die Erweiterungen der bestehenden IGS wären nicht nur notwendig, sondern auch kostengünstiger als ein Neubau. Ein neues vierzügiges Gymnasium in Stadecken-Elsheim würde schätzungsweise 80 Millionen Euro kosten – eine Summe, die man sich gut überlegen muss. Der Landkreis hat die Möglichkeit, die vorhandenen Strukturen zu nutzen und damit schneller auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zu reagieren.
Die Diskussion um die Schulplanung ist also in vollem Gange. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird und welche Entscheidungen der Kreistag letztlich trifft. Eines ist sicher: Die Zukunft der Schulen in Mainz-Bingen liegt in den Händen der Entscheidungsträger – und die Bürger sind gefordert, ihre Stimme zu erheben. Denn die Bildung unserer Kinder ist schließlich eine Investition in die Zukunft.
