Der „Tag der offenen Ateliers“ in Ahlen war in diesem Jahr ein ganz besonderes Ereignis. Die Künstlerin Ursula Molke, die selbst beim Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDi) arbeitet, stellte ihre Werke in der Kontakt- und Beratungsstelle aus. Hierbei war es nicht nur ihre Kunst, die die Besucher in den Bann zog, sondern auch die beeindruckenden Aquarelle von zwei Klientinnen des SPDi. Diese Bilder sind das Ergebnis von monatlichen Aquarellworkshops, die Molke als Gruppenangebot leitet. Und wie sie selbst sagt: „Das Malen fördert Entspannung.“ Besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen kann dies von großer Bedeutung sein.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben das Malen als neues Hobby entdeckt, und das ist nicht verwunderlich. Eine Klientin sprach davon, dass ihre Gedanken beim Malen zur Ruhe kommen und sie sich mehrere Stunden auf die Kunst konzentrieren kann. Die andere Klientin bezeichnete den monatlichen Malkurs sogar als ihre „Rettung“. Solche Geschichten zeigen, wie wichtig kreative Ausdrucksformen für die psychische Gesundheit sein können.

Hilfe und Unterstützung durch den SPDi

Der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Warendorf ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige. Jährlich nehmen etwa 2.000 Menschen die Angebote in Anspruch – sei es bei alltäglichen Überforderungen, Unsicherheiten im Umgang mit veränderten Situationen oder dem drohenden Verlust von Arbeitsplatz oder Wohnung. Die Mitarbeiter des SPDi helfen nicht nur bei psychischen Erkrankungen, sondern auch in schwierigen persönlichen Lebenslagen, bei Suchterkrankungen und sogar bei körperlichen oder geistigen Behinderungen.

Die Beratung ist kostenlos, und die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. Es wird sogar auf Wunsch ein Hausbesuch angeboten, besonders wenn Betroffene schwer erreichbar sind oder andere Hilfsangebote nicht nutzen möchten. Die Kontakt- und Beratungsstelle in Warendorf befindet sich direkt am Markt und ist leicht zugänglich. Wer Interesse hat, kann sich bei den regelmäßigen Gruppennachmittagen oder Tagesausflügen engagieren und so soziale Kontakte knüpfen.

Vielfalt der Angebote

Das Angebot ist so vielfältig wie die Menschen, die es in Anspruch nehmen. Neben der künstlerischen Entfaltung gibt es Unterstützung bei der Antragstellung für verschiedene Hilfen und die Vermittlung zu Fachärzten oder Therapien. Die Mitarbeitenden sind gut vernetzt und arbeiten mit Psychiatern, Hausärzten und Selbsthilfegruppen zusammen. Wer also auf der Suche nach Anlaufstellen für psychische Gesundheit ist, findet im SPDi kompetente Ansprechpartner.

Ein weiteres Plus: Eine offizielle Diagnose oder Krankenversicherung ist nicht erforderlich. Die Beratung kann anonym erfolgen, was für viele Betroffene eine Erleichterung darstellt. Diese niedrigschwelligen Angebote sind so konzipiert, dass sie für alle zugänglich sind, ohne dass sich jemand schämen muss, Hilfe zu suchen.

Gemeinschaft und Teilhabe

Der Austausch mit anderen ist entscheidend für die Genesung. In den Kontaktstellen in Ahlen, Beckum und Oelde können sich Betroffene treffen, ihre Freizeit gestalten und bei einer Tasse Kaffee entspannen. Der Sozialpsychiatrische Dienst fördert nicht nur die individuelle Lebensqualität, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe. In der Regel versuchen die Mitarbeitenden, die Situation durch Gespräche zu entschärfen und Zwangsmaßnahmen zu vermeiden. Das ist nicht immer einfach, aber jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.

Der SPDi ist also mehr als nur eine Beratungsstelle. Er ist ein Ort des Austausches, der Unterstützung und des kreativen Ausdrucks. Wer mehr über die vielfältigen Angebote erfahren möchte, findet alle Informationen auf der Website des Kreises Warendorf. Dort gibt es auch den aktuellen „Wegweiser für Menschen mit psychischen Erkrankungen“ – ein echtes Nachschlagewerk für alle, die Hilfe suchen oder anbieten möchten.