Im malerischen Stadtteil Höchst von Gelnhausen bahnt sich eine spannende Veränderung an. Die Leipziger Straße (L3333) wird bald eine zusätzliche Ampel am Radfernweg R3 erhalten. Diese Entscheidung wurde von der Verkehrsbehörde des Main-Kinzig-Kreises getroffen, nachdem sie die örtliche Verkehrssituation eingehend geprüft und mit der Stadt Gelnhausen abgestimmt hatte. Eine örtliche Initiative hatte bereits vor einigen Monaten den Wunsch nach einer „Fahrradampel“ geäußert, und nun scheint sich dieser Wunsch in greifbare Nähe zu rücken.

Die Fachleute haben sich die Gegebenheiten vor Ort genau angeschaut. Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen wurden durchgeführt, und das Ergebnis war eindeutig: Der Bereich gilt als besonders wichtig für den überörtlichen Radverkehr. In den kommenden Jahren wird mit einem Anstieg der Radfahrer gerechnet. Die Ampel soll in erster Linie dafür sorgen, dass Radfahrer und Fußgänger bei höherem Verkehrsaufkommen sicherer unterwegs sind. Die Ampel wird an der Einmündung zur Leipziger Allee geplant und soll speziell in der dunklen Jahreszeit für mehr Sicherheit sorgen. Ziel ist es, ein harmonisches Miteinander von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern zu gewährleisten.

Hitzige Debatte im Ortsbeirat

Die Diskussion um die neue Ampel hat im Ortsbeirat für einige Aufregung gesorgt. Während Ordnungsamtsleiter Bastian Metzler von der Verkehrsbehörde berichtete, dass zunächst eine Verkehrszählung erfolgen müsse, um über die Genehmigung entscheiden zu können, äußerte Wolfgang Werner, ein Mitglied des Ortsbeirats, scharfe Kritik. Er warf der Stadt Gelnhausen eine „Verhinderungstaktik“ vor und bemängelte die bisherige Umsetzung. Metzler hingegen erklärte, dass die Stadt von einem baldigen Baubeginn ausgegangen sei und die erforderlichen Mittel bereits im Haushalt eingeplant wurden. Die Spannung in der Debatte ist spürbar, und die Meinungen über die Notwendigkeit der Ampel gehen auseinander.

Die Radwege auf den gegenüberliegenden Straßenseiten scheinen laut aktuellen Vorgaben nicht auszureichen, was die Diskussion weiter anheizt. Bürgermeister Christian Litzinger ist jedoch optimistisch, dass die Zählung der Radverkehrsdaten des Radwegs R3 Berücksichtigung finden wird. Zudem wird die geplante Ausweichroute für Radfahrer aufgrund von Bauarbeiten an der Bahn ebenfalls in die Überlegungen einfließen.

Lärmschutz und Verkehrsproblematik

Ein weiteres Thema, das die Gemüter in Höchst bewegt, ist der Lärmschutz an der A66 und entlang der L3333. Hier gibt es Unzufriedenheit unter den Anwohnern, die sich über die hohe Lärmbelastung beklagen. Laut Messungen werden bis zu 65 Dezibel erreicht. Wolfgang Werner schlägt vor, durch Tempo 30 in der Nähe eines Kindergartens und am Ortseingang eine zusammenhängende langsamere Zone zu schaffen. Das könnte, so Werner, die Lautstärke fast halbieren und die Lebensqualität der Anwohner deutlich verbessern.

Die Bürgerinitiative plant, in den kommenden Monaten erneut auf die gesundheitlichen Folgen der Lärmbelastung aufmerksam zu machen. Angesichts der vielen Fahrzeuge, die täglich über die Straßen rollen – mehr als 60.000, darunter zahlreiche Lastwagen – ist das auch dringend notwendig. Im Rahmen des aktualisierten Lärmaktionsplans des Landes Hessen können Anlieger zudem Förderungen für passive Lärmschutzmaßnahmen beantragen. Aktiver Lärmschutz ist derzeit jedoch nicht vorgesehen, was für viele Anwohner eine bittere Pille ist.

Immerhin wird ab September ein neuer Mitarbeiter das Ordnungsamt verstärken, der mit einem mobilen Blitzer auch in Höchst Geschwindigkeitsüberschreitungen kontrollieren soll. Das könnte helfen, die Lärmbelastung ein wenig zu reduzieren.

Die Ampel an der Leipziger Straße könnte also nicht nur ein Sicherheitsgewinn für Radfahrer und Fußgänger sein, sondern auch ein erster Schritt in Richtung einer ganzheitlichen Verbesserung der Verkehrssituation in Höchst. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Situation entwickelt und ob die Stimmen der Bürger Gehör finden.