„Zeit(zeugen)los – Neue Wege der Erinnerungskultur“ im Main-Kinzig-Kreis
Im Main-Kinzig-Kreis geht’s bald richtig zur Sache mit einer Veranstaltungsreihe, die nicht nur Geschichte lebendig werden lässt, sondern auch zeigt, wie wichtig Erinnern heute ist. Am Samstag, den 24. Oktober 2026, fällt der Startschuss für „Zeit(zeugen)los – Neue Wege der Erinnerungskultur“. Hier dreht sich alles um die spannende Frage, wie wir kulturelles Erinnern gestalten können, wenn die Zahl der lebenden Zeitzeugen immer kleiner wird. Das Vorhaben hat das Potenzial, die Verbindung zwischen der dunklen Zeit des Nationalsozialismus und unserer Gegenwart zu stärken.
Das Programm ist ein echter Leckerbissen für alle, die sich für Geschichte interessieren. Unter anderem sind Kulturveranstaltungen, Filmprojekte und sogar innovative KI-Formate geplant, die interaktives Erinnern ermöglichen. Eine spannende Mischung aus Stadtführungen, Kinovorführungen, Gesprächsrunden und Ausstellungen sorgt dafür, dass für jeden etwas dabei ist. Besonders hervorzuheben ist die Graphic Novel „Wo ist Lotte“, die einen regionalgeschichtlichen Bezug hat und die Komplexität der Geschichte auf kreative Weise vermittelt.
Eröffnung in der Gelnhäuser Synagoge
Der Auftakt findet in der ehemaligen Gelnhäuser Synagoge statt – ein Ort, der Geschichte atmet. Am Samstag um 16 Uhr gibt es dort viel zu entdecken. Die interaktive Ausstellung „Frag nach!“ des Deutschen Exilarchivs der Deutschen Nationalbibliothek wird eröffnet und gibt Einblicke in digitale Interviews mit Holocaust-Zeitzeugen. Zusätzlich wird ein Vortrag der jüdischen Bildungsstätte PINOT zum jüdischen Leben heute stattfinden. Es ist einfach beeindruckend, wie diese Veranstaltungen es schaffen, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verweben.
Die Ausstellung von Rafael Herlich, die ebenfalls gezeigt wird, thematisiert das jüdische Leben in der heutigen Zeit. Wer sich für diese bewegenden Themen interessiert, sollte sich unbedingt anmelden – am besten per E-Mail an dext@mkk.de.
Ein emotionales Wochenende
Und das ist noch lange nicht alles! Am Sonntag, den 25. Oktober, geht’s um 11 Uhr weiter mit einer Konzertlesung von OPUS 45 im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen, die das Thema „Deutschland, siehst du das nicht?“ aufgreift. Der Fachbereich Kultur des Main-Kinzig-Kreises hat sich hier wieder einmal selbst übertroffen. Um 15.30 Uhr erwarten uns dann die Stolpersteine – bei einem Stadtrundgang, der die Geschichte des jüdischen Lebens in Gelnhausen lebendig werden lässt. Treffpunkt ist das Rathaus Gelnhausen, Obermarkt 7. Auch hier heißt es: anmelden nicht vergessen!
Künstliche Intelligenz als neuer Weg
Ein besonders spannendes Element der Veranstaltungsreihe ist die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI), um einen virtuellen Dialog mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu ermöglichen. Diese Technologie, entwickelt im Projekt LediZ (Lernen mit Digitalen Zeugnissen) an der Ludwig-Maximilians-Universität München, macht es möglich, dass Schüler und Interessierte Fragen stellen können, die dann von den Zeitzeugen in Form von Videosequenzen beantwortet werden. Ein hochinteressanter Ansatz, um das Thema für die heutige Generation zugänglich zu machen!
Stellt euch vor, ihr könnt mit einem Zeitzeugen sprechen, der euch von seinen Erfahrungen berichtet, als wäre er direkt neben euch. Diese digitalen 2D- und 3D-Zeugnisse von Holocaust-Überlebenden, die seit 2008 aufgezeichnet werden, bieten einen emotionalen Zugang, der auch bei Jugendlichen ankommt. Studien zeigen, dass die Erzählungen nachhaltig wirken, auch wenn den Lernenden der mediale Charakter bewusst ist. Es ist einfach faszinierend, wie Technik und Geschichte hier zusammenkommen!
Das vollständige Programm der Reihe ist auf der Internetseite des Main-Kinzig-Kreises zu finden, im Bereich des Büros für Interkulturelle Angelegenheiten. Wer sich für die vielfältigen Veranstaltungen interessiert, sollte unbedingt einen Blick darauf werfen und sich ein passendes Event heraussuchen. Es lohnt sich!
