Feuerwerksverbot zu Silvester: Sorgen und Konsequenzen für Aichach!
Aichach erlässt Feuerwerksverbot zu Silvester, um Sicherheit und Umwelt zu schützen. Verstöße bis 1.000 Euro Bußgeld.
Feuerwerksverbot zu Silvester: Sorgen und Konsequenzen für Aichach!
Am 23. Dezember 2025 bereiten sich viele Menschen auf die bevorstehenden Silvesterfeierlichkeiten vor, während die Diskussion über Feuerwerksverbote in Deutschland intensiv geführt wird. An Silvester und Neujahr gilt in der Stadt Aichach ein generelles Feuerwerksverbot auf dem Stadtplatz und im näheren Umfeld, das vom 31. Dezember bis zum 1. Januar in Kraft tritt. Dieses Verbot umfasst das Mitführen, Abschießen oder Abbrennen von jeglichen pyrotechnischen Gegenständen. Das Verbot wurde in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt und hat zur Verhinderung von Ausschreitungen beigetragen. Polizeikräfte werden das Verbot überwachen, und Verstöße können mit einer Geldbuße von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Weitere Informationen sind in der entsprechenden Verordnung sowie im Lageplan zu finden, wie Aichach berichtet.
Die Diskussion über ein allgemeines Böllerverbot in Deutschland gewinnt zunehmend an Fahrt. Laut ZDF unterstützen mittlerweile viele Bürger ein solches Verbot, während die Pyrotechniker skeptisch bleiben. Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin hat eine Petition mit dem Titel „Bundesweites Böllerverbot, jetzt!“ initiiert, die bereits über 2,3 Millionen Unterschriften gesammelt hat. Diese Petition wird als die größte in Deutschland bezeichnet und zeigt den wachsenden gesellschaftlichen Druck für ein Verbot.
Argumente für und gegen das Böllerverbot
Ein breites Bündnis unter dem Hashtag „#böllerciao“, das von fast 60 Organisationen, insbesondere im Umwelt- und Tierschutz, unterstützt wird, fordert ein Verbot von Feuerwerken. Gründe dafür sind die hohe Feinstaubemission durch Feuerwerk, die gesundheitliche Schäden, insbesondere bei Kindern, zur Folge hat, sowie die jährlichen Unfälle und Verletzungen, die auch fatale Folgen wie fünf Todesfälle in der Silvesternacht 2024 hatten. Darüber hinaus leiden viele Haustiere unter dem Stress und der Angst, die durch die Knallgeräusche ausgelöst werden. In diesen Kontext passt auch die Tatsache, dass das Umweltbundesamt jährlich etwa 2.050 Tonnen Feinstaub, hauptsächlich an Silvester, durch Feuerwerk vermeldet, was die Umweltauswirkungen des Feierns weiter unterstreicht, wie Die Zeit analysiert.
In der Diskussion um ein Böllerverbot wird oft auf die Tradition des Feuerwerks verwiesen. Gegner des Verbots argumentieren, dass diese Tradition gewahrt werden sollte und weisen darauf hin, dass die meisten schweren Verletzungen durch illegale Feuerwerkskörper verursacht werden. Dabei wurden im Jahr 2025 in einigen Bundesländern, darunter Bremen und Berlin, bereits Initiativen für ein Böllerverbot ergriffen. Zudem zeigt eine Umfrage, dass 63 % der Deutschen ein solches Verbot befürworten, während Parteien wie die Grünen und die Linke sich klar für ein Verbot aussprechen. CDU und CSU hingegen lehnen ein pauschales Verbot ab.
Rechtlicher Rahmen und internationale Beispiele
Die rechtlichen Grundlagen für ein Böllerverbot stehen bereits zur Verfügung. Das deutsche Sprengstoffrecht unterscheidet zwischen verschiedenen Kategorien von pyrotechnischen Gegenständen. Während Kategorie F1, wie z.B. Wunderkerzen, ganzjährig für Jugendliche ab 12 Jahren erhältlich sind, ist die Verwendung von Kategorie F2-Feuerwerk, also Böllern, nur an Silvester und Neujahr erlaubt. Diskussionen über eine Streichung dieser Ausnahme gewinnen an Bedeutung. Im europäischen Vergleich haben bereits einige Länder, wie Tschechien, die Niederlande und Rumänien, strengere Regeln oder sogar vollständige Böllerverbote eingeführt.
Die Pyroindustrie in Deutschland verzeichnet indes Rekordumsätze. Im Jahr 2024 lag der Gesamtumsatz bei 197 Millionen Euro, ein Anstieg von 122 Millionen Euro im Jahr 2019. Die Diskussion um ein Böllerverbot bleibt also kontrovers, da sich sowohl Gesundheits- als auch Umwelt-belange am Wachstum der Branche reiben. Auch die Verletzungsstatistiken, die an Silvester häufig junge Männer, insbesondere unter 24 Jahren, betreffen, werfen Fragen zu Sicherheit und Verantwortung auf.