Heute ist der 22.10.2026 und in Kulmbach gibt es viel zu berichten! Die öffentliche Hegeschau des Landkreises Kulmbach hat kürzlich die Türen geöffnet und war, wie man so schön sagt, gut besucht. Eröffnet und geleitet von Ludwig Freiherr von Lerchenfeld, dem Vorsitzenden des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach e.V., war es eine Veranstaltung, die sowohl Informativität als auch Geselligkeit in sich vereinte. Die Jagdhornbläser sorgten für den passenden musikalischen Rahmen und verliehen der Hegeschau einen festlichen Charakter.

Landrat Jonas Gleich nutzte die Gelegenheit, um die Arbeit der örtlichen Jägerschaft zu würdigen. Ein ganz besonderes Augenmerk lag auf der Hege und Pflege unserer Kulturlandschaft. Er erklärte, dass die gesetzlich vorgeschriebene Vorlage des Kopfschmucks ein sichtbares Ergebnis des gesamten Jagdjahres darstellt. Die Hegeschau dient nicht nur der transparenten Darstellung der Jagdergebnisse, sondern ermöglicht auch einen Austausch zwischen allen Beteiligten – von den Jägerinnen und Jägern bis hin zu den Vertretern der Landwirtschaft.

Ein Blick auf die Jagdzahlen

Im vergangenen Jagdjahr wurden im Landkreis Kulmbach sage und schreibe 4.264 Rehe erlegt. Das entspricht einer Erfüllung des Dreijahres-Abschussplans von 33 Prozent im ersten Jahr. Auch beim Schwarzwild gab es bemerkenswerte Zahlen: 1.078 Tiere wurden erlegt, was 89 Stück mehr sind als im Vorjahr. Für 2024 sind sogar 989 erlegte Wildschweine geplant. Diese Zahlen sind nicht einfach nur Statistiken, sondern spiegeln die Herausforderungen wider, die die Jägerschaft bewältigen muss – sei es wegen der Feldschäden oder der Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Landrat Gleich dankte den Jägerinnen und Jägern für ihren unermüdlichen Einsatz und verwies auf staatliche Aufwandsentschädigungen für ASP-Präventionsmaßnahmen. Wer sich für die genauen Voraussetzungen und die Antragstellung interessiert, kann sich beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit informieren.

Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Jagd

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Abends war der Austausch zwischen Landwirtschaft und Jägerschaft. Harald Peetz vom Bayerischen Bauernverband betonte die Notwendigkeit dieser Zusammenarbeit. Simon Stölzel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg-Kulmbach stellte die Aufgaben der Forstverwaltung vor, während Veterinär Dr. Andreas Koller über die aktuelle ASP-Lage informierte. Es ist einfach entscheidend, dass alle Akteure an einem Strang ziehen, um die Herausforderungen der Jagd und Landwirtschaft gemeinsam zu meistern.

Ein besonderes Highlight war die Ehrung von Landrat a.D. Klaus Peter Söllner für seine jahrzehntelangen Verdienste um die Jagd. Ludwig Freiherr von Lerchenfeld würdigte Söllners Engagement und überreichte ihm einen Präsentkorb. In seinen Dankesworten hob Söllner die Zusammenarbeit mit Kreisjagdberater Clemens Ulbrich hervor, der dann die Streckenliste des vergangenen Jagdjahres vorstellte. Diese Hegeschau ist eine wichtige Plattform für Kontrolle und Transparenz, und sie zeigt, wie wichtig es ist, die Jagd verantwortungsvoll zu gestalten.

Ein wichtiger Ausblick

Die Zahlen der Jagdstatistik sind nicht nur hier in Kulmbach von Bedeutung. Bayern veröffentlicht jährlich eine umfassende Statistik der erlegten oder als Fallwild aufgefundenen Wildtiere. Die Jagdfläche in Bayern umfasst insgesamt 6.727.897 Hektar, aufgeteilt in Staats- und Privatjagdreviere. Im Jagdjahr 2024/25 sind die Gesamtstrecken für Rehwild mit 354.699 Tieren, Füchsen mit 122.905 und Schwarzwild mit 69.116 Tieren besonders hervorzuheben. Diese Zahlen verdeutlichen die Dimensionen und die Verantwortung, die mit der Jagd verbunden sind.

Natürlich bleibt die Frage, wie sich die Jagd in Zukunft entwickeln wird. Ab dem 1. April 2026 gibt es Änderungen im Bayerischen Jagdgesetz: Rehwild kann ohne Abschussplan bejagt werden, und Wolf sowie Goldschakal wurden in das bayerische Jagdrecht aufgenommen. Die Jagdzeiten könnten künftig unabhängig von bundesrechtlichen Vorgaben festgelegt werden – das kann sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringen.

Die Veranstaltung endete, wie könnte es anders sein, mit einem musikalischen Beitrag der Jagdhornbläser. Ein schöner Abschluss für einen Abend voller Informationen, Ehrungen und wertvollem Austausch. Kulmbach steht weiterhin für eine aktive und verantwortungsvolle Jagd, die in einer engen Kooperation zwischen Jägerschaft und Landwirtschaft ihren Platz hat.