Wir stehen vor einem spannenden Event im Hohenlohekreis, das Frauen die Möglichkeit bietet, ihre Finanzkompetenz zu erweitern. Der Workshop „Frauen und Geld – Was Frauen über Finanzen wissen müssen“ findet im Rahmen der landesweiten Frauenwirtschaftstage statt. Hierzu lädt die Hauptstelle der Sparkasse Hohenlohekreis in Künzelsau am Dienstag, den 20. Oktober 2026, von 17:00 bis 20:00 Uhr ein. Ein ganz besonderes Highlight: Prof. Dr. Marlene Haupt wird praxisnah und wissenschaftlich fundiert die Grundlagen zu Geldanlage, Altersvorsorge und Vermögensaufbau vermitteln.

Das Ziel ist klar: Frauen sollen befähigt werden, selbstbewusst mit ihren Finanzen umzugehen. Und ganz ehrlich, das ist mehr als nötig. Denn in Deutschland liegt die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen bei durchschnittlich 29,9 % – ohne Hinterbliebenenrenten sind es sogar 42,6 %. Das bedeutet, Frauen erhalten im Alter weit weniger, was sich auf ihre finanzielle Sicherheit auswirkt. Die Zahlen sprechen Bände: Im Jahr 2024 lagen die durchschnittlichen Bruttorenten bei Männern bei 1.892 Euro, während Frauen nur 1.459 Euro erhielten. Nach Abzügen ergeben sich noch gravierendere Unterschiede: Männer kommen auf 1.679 Euro, Frauen nur auf 1.292 Euro. Das sind fast 400 Euro monatlich, die fehlen!

Wichtige Finanzfragen im Fokus

Im Workshop werden Fragen behandelt, die für viele Frauen von Bedeutung sind: Wie lege ich sinnvoll an? Wie sorge ich fürs Alter vor? Welche typischen Fallstricke sollte ich unbedingt vermeiden? Das sind keine kleinen Fragen, sondern essentielle Themen, die jede Frau für sich selbst klären sollte. Denn häufige Ursachen für die Rentenlücke sind niedrigere Einkommen, Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen, etwa durch Kindererziehung. Frauen sparen zudem oft weniger und investieren vorsichtiger. Ein Viertel von ihnen legt weniger als 100 Euro monatlich zurück, und rund 30% sparen derzeit gar nicht. Das kann langfristig zu einem echten Problem werden.

Die Teilnehmenden lernen im Workshop nicht nur, Finanzangebote kritisch zu bewerten, sondern auch, Entscheidungen zu treffen, die zu ihrer persönlichen Lebenssituation passen. Nach der Veranstaltung gibt es die Gelegenheit zum Austausch – das ist eine wunderbare Möglichkeit, sich mit anderen Frauen zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. In einer Welt, in der das Rentensystem stark auf durchgängigen Vollzeitbiografien beruht, ist der Austausch besonders wertvoll.

Der Gender Pension Gap und seine Auswirkungen

Der Gender Pension Gap, also die geschlechtsspezifische Altersvorsorge- oder Rentenlücke, zeigt, wie stark Frauen im Alter benachteiligt sind. Es ist wichtig, diesen Unterschied zu verstehen, denn er misst die Alterssicherungseinkommen von Männern und Frauen ab 65 Jahren. Frauen haben im Schnitt einfach niedrigere Alterseinkünfte. Die Ursachen sind komplex: von geringeren Einkommen über häufigere Teilzeitarbeit bis hin zu Erwerbsunterbrechungen. Gerade die Tatsache, dass fast jede zweite erwerbstätige Frau in Teilzeit oder einem Minijob arbeitet, hat fatale Auswirkungen auf die Rentenpunkte.

Die Beispielrechnung für die Versorgungslücke spricht Bände: Bei einem monatlichen Bedarf von 2.700 Euro im Ruhestand und einer zu erwartenden gesetzlichen Rente von etwa 1.300 Euro bleibt eine erhebliche private Ergänzung von rund 1.400 Euro monatlich notwendig. Um dem entgegenzuwirken, ist es ratsam, sich frühzeitig mit privaten Rentenversicherungen, ETFs oder der betrieblichen Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Auch kleine, regelmäßig eingezahlte Beträge können langfristig zur Verringerung der Rentenlücke beitragen – und das ist keine Floskel!

Im Workshop wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern es geht auch um Empowerment. Frauen sollen ermutigt werden, ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Der Austausch mit anderen Teilnehmerinnen, der Referentin und den Veranstaltern bietet die Möglichkeit, Fragen zu klären und neue Perspektiven zu gewinnen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt in eine finanziell abgesicherte Zukunft.