Am Dienstag, den 10. November 2026, wird der Blauer Saal im Rathaus Öhringen zum Schauplatz eines ganz besonderen Themenabends. Der Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis e. V., zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Kocher-Jagst e. V., lädt alle Interessierten zu einem Abend über die faszinierende Welt der Misteln in Streuobstwiesen ein. Zwischen 19 und 21 Uhr gibt es spannende Einblicke in die Verbreitung und Bedeutung dieser speziellen Pflanzen, die für unsere Obstbäume von erheblicher Relevanz sind.

Besonders angesprochen werden dabei Obstbaumbesitzer, Bewirtschafter von Streuobstwiesen, Landwirte und kommunale Bauhofmitarbeiter, die sich um die Baumpflege kümmern. Der Eintritt ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich – also kommt einfach vorbei! Die Themen des Abends sind vielfältig: Von den Auswirkungen eines starken Mistelbefalls auf die Vitalität von Obstbäumen über den fachgerechten Schnitt der Misteln bis hin zum langfristigen Erhalt von Streuobstwiesen. Im Anschluss an die Vorträge sind auch Diskussionen und ein Erfahrungsaustausch über Pflege und Schutz von Streuobstbeständen geplant. Das klingt doch nach einem spannenden Abend!

Mit Misteln auf Kriegsfuß

Die Laubholzmistel breitet sich in Deutschland, besonders in Süd- und Mitteldeutschland, immer weiter aus und sorgt teils für existenzgefährdende Probleme in unseren Streuobstbeständen. Während sie früher hauptsächlich in den südlichen Regionen anzutreffen war, ist sie mittlerweile auch in Norddeutschland angekommen. So scheint es, dass unregelmäßige Pflege von Streuobstbeständen, klimatische Faktoren und die falsche Annahme, die Mistel stünde unter besonderem Schutz, als mögliche Ursachen für diese Ausbreitung herangezogen werden. Der NABU warnt sogar, dass die Mistel vor allem Apfelbäume und Ebereschen befällt – und neuerdings auch Birnbäume! Wer hätte das gedacht?

Bei geringem Befall ist es ratsam, konsequent gegen die Mistel vorzugehen, ohne sie jedoch vollständig ausrotten zu wollen. Denn trotz aller Schwierigkeiten hat die Mistel auch ihre Rolle im Ökosystem. Sie kann nicht nur als Schmarotzer auftreten, sondern ist auch Lebensraum für verschiedene Vogelarten. Bei starkem Befall sollte man darauf achten, dass die Mistel nicht jährlich Früchte bildet, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Der NABU fordert zudem mehr Forschung zu den Ursachen und geeigneten Bekämpfungsmethoden – es gibt also noch viel zu tun!

Praktische Tipps und Kurse

Um das nötige Wissen zu vertiefen, findet am Samstag, den 14. November 2026, von 9 bis 12 Uhr ein Mistel-Schnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Kocher-Jagst e. V. in Öhringen statt. Hier werden die Grundlagen des fachgerechten Mistel-Schnitts praktisch vermittelt. Wer also handwerklich begabt ist oder es werden möchte, sollte sich diesen Termin nicht entgehen lassen! Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung findet ihr auf der Webseite des Vereins: www.ogv-kocher-jagst.de.

Für alle, die sich für den Erhalt unserer Streuobstwiesen interessieren, ist dieser Themenabend eine ideale Gelegenheit, um wertvolle Einblicke zu gewinnen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. In der heutigen Zeit, wo unsere Natur mehr denn je unter Druck steht, ist es wichtig, sich gemeinsam für den Erhalt unserer Kulturlandschaften einzusetzen. Es bleibt spannend, wie sich die Situation rund um die Misteln und unsere Streuobstwiesen weiterentwickelt!