Heute ist der 8.11.2026. In Ostholstein, wo die sanften Hügel und weiten Felder für Idylle stehen, hat sich eine besorgniserregende Situation entwickelt. Seit Herbst 2026 breitet sich die Geflügelpest in Schleswig-Holstein aus – ein Thema, das nicht nur Landwirte, sondern auch uns alle angeht. Wer hätte gedacht, dass die gefiederten Freunde, die uns so oft beim Spaziergang am Waldesrand begegnen, eine solche Bedrohung mit sich bringen können?

Die aviäre Influenza, besser bekannt als Geflügelpest, zeigt sich in zwei Formen: der niedrigpathogenen und der hochpathogenen Variante, die wir in der Region jetzt besonders fürchten müssen. Die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI), um genau zu sein, hat sich als besonders heimtückisch erwiesen. Sie ist anzeigepflichtig und erfordert gesetzlich vorgeschriebene Schutzmaßnahmen, die für alle Geflügelhalterinnen und -halter gelten. Hierbei spielt es keine Rolle, ob man nun ein kleiner Hobbyhalter oder ein großer gewerblicher Betrieb ist – die Regeln sind für alle gleich, und das aus gutem Grund.

Die aktuellen Risiken und Maßnahmen

Die Geflügelpest macht vor nichts halt. Besonders in Freilandhaltungen ist der direkte Kontakt mit infizierten Wildvögeln ein großes Risiko. Aber auch in scheinbar geschlossenen Haltungen kann die Krankheit durch indirekte Kontakte eindringen. Da reicht es schon, wenn der Kot oder die Nasensekrete von Wildvögeln unbemerkt auf Futter oder Wasser gelangen. Das Virus kann über viele Wege verbreitet werden: Müll, Wasser, selbst unsere eigenen Schuhe oder Arbeitsgeräte sind potenzielle Übertrager. Da kann man nur hoffen, dass die eigene Haltung nicht zu den Opfern zählt.

Experten sind sich einig, dass Zugvögel aus gefährdeten Gebieten den Virus nach Europa und somit auch nach Deutschland bringen. Und das ist nicht nur eine theoretische Gefahr. Erst vor kurzem wurde im Landkreis Dithmarschen ein Geflügelpestnachweis bei einem Wildvogel gemeldet, was zur sofortigen Anordnung einer Stallpflicht führte. Dies gilt für Haltungen mit mehr als 49 Tieren – und in Risiko­gebieten entlang der Küste sogar für sämtliches Geflügel. Das ist ein klarer Weckruf an alle Geflügelhalter, sich bei den zuständigen Behörden über die aktuellen Schutzmaßnahmen zu informieren.

Die Situation in Schleswig-Holstein

Hier in Schleswig-Holstein, wo die Natur uns so viel bietet, gibt es leider auch die Schattenseiten der Geflügelpest. Am 3. Februar 2026 wurde beispielsweise in einem Legehennenbetrieb in Eutin H5N1 festgestellt. Die Tiere mussten getötet werden, und Restriktionszonen wurden eingerichtet. Das ist nicht der einzige Fall – in Nordfriesland und anderen Kreisen gibt es ähnliche Meldungen, die uns alle betreffen.

Die Chronologie der bisherigen Ausbrüche ist erschreckend: Im Oktober 2020 starben tausende Vögel, und seitdem gab es immer wieder neue Ausbrüche. Die Behörden sind gefordert, die Verbreitung des Virus genau zu beobachten, und das nicht nur hier im Land, sondern auch international. Es gibt ständig Monitoring-Aktivitäten, um frühzeitig mögliche Ausbrüche zu erkennen.

Und wie sieht es in der Nachbarschaft aus? In Mecklenburg-Vorpommern wurde in einer Putenhaltung in Lalendorf ebenfalls H5N1 festgestellt, was zur sofortigen Räumung des Bestands führte. Ein Schutzzonenradius von drei Kilometern wurde eingerichtet, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Das zeigt, wie ernst die Lage ist und dass wir alle zusammenarbeiten müssen, um unsere Geflügelbestände zu schützen.

Was können wir tun?

Biosicherheitsmaßnahmen sind jetzt wichtiger denn je. Geflügelhalter müssen ihre Ställe und Geräte regelmäßig desinfizieren, Futter und Wasser unzugänglich für Wildvögel lagern und bei unklaren Krankheitsfällen sofort einen Tierarzt hinzuziehen. Außerdem sollten tote oder kranke Wildvögel umgehend den zuständigen Behörden gemeldet werden – das gilt für alle, die in der Natur unterwegs sind. Schließlich gilt es, die Verbreitung des Virus zu stoppen, bevor es zu spät ist.

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Es liegt an uns, die richtigen Schritte zu unternehmen und ein wachsames Auge auf unsere gefiederten Freunde zu haben. Denn letztlich sind wir alle Teil des großen Ganzen, und nur gemeinsam können wir die Herausforderungen meistern, die uns die Geflügelpest stellt. Bleiben wir also aufmerksam und handeln wir besonnen!