Plattdeutscher Gesprächskreis in der Stadtbücherei Wesselburen lädt ein
In Wesselburen wird es plattdeutsch – und das ist nicht nur ein Scherz. Am Mittwoch, dem 18. November 2026, ab 15:00 Uhr, lädt die Stadtbücherei Wesselburen, gelegen in der Dohrnstraße 1, zu einer besonderen Veranstaltung ein: „Wi snackt platt bi Kaffee un Koken“. Hier treffen sich plattdeutsch begeisterte Menschen, um in geselliger Runde bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee über allerlei Themen zu plaudern. Die Teilnahme ist kostenlos und jeder, der Lust auf einen gemütlichen Klönschnack hat, ist herzlich willkommen!
Einmal im Monat, am dritten Mittwoch, findet dieser plattdeutsche Gesprächskreis statt. Und das Beste: In jeder Runde wird eine kurze Geschichte oder ein Gedicht vorgetragen – das bringt nicht nur Schwung in die Runde, sondern auch ein wenig kulturelles Flair. Die Veranstalter sind natürlich um die sachliche Richtigkeit der Angaben bemüht, sodass man sich auf einen entspannten Nachmittag freuen kann.
Plattdeutsch – eine Sprache mit Geschichte
Was viele vielleicht nicht wissen: Plattdeutsch, auch Niederdeutsch genannt, hat eine lange und bewegte Geschichte. Ursprünglich war es die Sprache der Hansekaufleute im Mittelalter, als sie von Hamburg bis Bremen über das Wasser schipperten und ihre Geschäfte abwickelten. Diese überregionale Verkehrssprache war ein wichtiges Bindeglied für die Menschen in Norddeutschland – und das, obwohl Hochdeutsch erst viel später in den Norden vordrang.
Heutzutage wird Plattdeutsch in Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und auch in Teilen von Niedersachsen gesprochen. Die Sprache ist nicht nur ein Teil der Identität vieler Norddeutscher, sondern wird auch aktiv gefördert. So unterstützt das Land seit 2017 Programme zur Sprachförderung in Kindertagesstätten. Zudem wird Plattdeutsch an 44 Modellschulen unterrichtet – was für eine tolle Chance für die jüngere Generation!
Ein Netzwerk für die plattdeutsche Kultur
Das plattdeutsche Erbe wird von verschiedenen Institutionen und Vereinen gepflegt. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB) spielt dabei eine zentrale Rolle und veranstaltet unter anderem den plattdeutschen Lesewettbewerb „Schölers leest Platt“. Hier können Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie draufhaben. Außerdem gibt es Initiativen wie die Plattdüütsch Stiftung Schleswig-Holstein, die sich aktiv für den Erhalt und die Förderung der Sprache einsetzen.
Das Zentrum für Niederdeutsch im Landesteil Schleswig und im Landesteil Holstein sind ebenfalls wichtige Anlaufstellen. Sie unterstützen Gruppen und Einzelpersonen, die sich für die plattdeutsche Sprache engagieren. Und das ist auch nötig, denn laut einer Studie verstehen rund zwei Drittel der Schleswig-Holsteiner Plattdeutsch, aber nur etwa ein Drittel kann es aktiv sprechen. Trotzdem – die Liebe zur Sprache bleibt lebendig, besonders in ländlichen Gebieten, wo sie oft noch in den Familien gesprochen wird.
Ein kleiner Blick auf die Medienwelt zeigt, dass das Plattdeutsche auch dort seinen Platz hat. Der Norddeutsche Rundfunk sendet regelmäßig Nachrichten und andere Formate auf Niederdeutsch, und auch der Offene Kanal Schleswig-Holstein hat entsprechende Angebote im Programm. So wird die plattdeutsche Kultur nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch in der Öffentlichkeit lebendig gehalten.
Wenn du also Lust auf plattdeutsche Gespräche und eine Tasse Kaffee hast, schau am 18. November in der Stadtbücherei Wesselburen vorbei. Vielleicht entdeckst du nicht nur neue Geschichten, sondern auch etwas über die reiche Tradition und die lebendige Kultur, die sich hinter dieser Sprache versteckt!
