Die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat ein wichtiges Thema auf die Agenda gesetzt: die Vorbereitung auf einen möglichen Blackout. Ein großflächiger, unkontrollierter Stromausfall kann nicht nur unsere Abendgestaltung beim Serienbinge-Watching ruinieren, sondern auch die Wasserversorgung, die Mobilfunknetze und die Gesundheitsversorgung in Gefahr bringen. Das ist alles andere als ein Spaß, und genau darum geht es bei der Präventionsveranstaltung, die Landrat Michael Geisler für den 26. Oktober 2026 im Kreistagssaal des Schlosses Pirna Sonnenstein einberufen hat.

In einem Raum, der von der Geschichte des Schlosses durchdrungen ist, versammelten sich Kreisräte, (Ober-)Bürgermeister und Vertreter kritischer Infrastruktur sowie von Feuerwehr und Polizei. Die Fachreferenten haben die Teilnehmenden über die aktuellen Vorbereitungen informiert und die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung und Abstimmung aller Beteiligten betont. Es ist klar: Die Herausforderung, die uns ein Blackout stellt, erfordert Teamarbeit und Eigenvorsorge.

Die Auswirkungen eines Blackouts

Stellen wir uns mal vor, der Strom fällt für längere Zeit aus. Was dann? Die sächsische Staatsregierung hat zwar keine vollständige Übersicht, welche Einrichtungen einen Stromausfall von mindestens 72 Stunden überstehen könnten, doch die Liste der gefährdeten Bereiche ist lang: Wasser- und Abwasserpumpen, Mobilfunkmasten, und ja, sogar die Tankstellen, die auf Strom für ihre Zapfsäulen angewiesen sind. Lebensmittelgeschäfte, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen könnten schnell an ihre Grenzen stoßen. Besonders besorgniserregend ist, dass nur 16 bekannte Planungen einen längeren Stromausfall ausdrücklich berücksichtigen. Das lässt einen schon ein bisschen nachdenklich zurück.

Eins ist sicher: Die Folgen eines Blackouts wären gravierend. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnt, dass eine solche Situation die Kommunikation und die Gesundheitsversorgung massiv einschränken könnte. Und nicht zu vergessen: die Abhängigkeit der kritischen Infrastrukturen von einer stabilen Stromversorgung wächst ständig. Ein Ausfall könnte uns in vielen Lebensbereichen zurückwerfen, die wir für selbstverständlich halten.

Vorbereitungen und Vorsorge

In der Veranstaltung wurden drei Impulsvorträge gehalten. Albrecht Broemme, ein Experte für Bevölkerungsschutz, sprach über Risiken und Lösungsansätze. Mirko Göhler, der Amtsleiter des Bevölkerungsschutzes, beleuchtete die Zusammenarbeit zwischen KRITIS-Betreibern und der Landkreisverwaltung. Heiko Wersig, Bürgermeister von Bannewitz, stellte eine kommunale Blackout-Übung vor – eine Art Generalprobe, um zu sehen, wie unsere Gemeinden im Ernstfall reagieren können.

Besonders spannend war das anschließende Dialogformat, in dem das Publikum Fragen einbringen konnte. Es wurde deutlich, dass die Bevölkerung, die Kommunen und die Hilfsorganisationen in einem solchen Fall mindestens 72 Stunden handlungsfähig bleiben sollten. Auf die Schnelle mal eine Notfallplanung aufstellen, das ist nicht drin. Das muss alles im Vorfeld gut durchdacht sein! Und hier kommt die Eigenvorsorge ins Spiel: Jeder Haushalt sollte sich mit Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln und einer Taschenlampe ausstatten – so einfache Dinge, die im Ernstfall Gold wert sein können.

Der Weg zur Resilienz

Ein Blackout ist kein Schreckgespenst, das nur in den Köpfen der Menschen existiert. Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag hat bereits 2010 einen mehrere Wochen andauernden Stromausfall in mehreren Bundesländern untersucht. Das Ergebnis war zwar beruhigend in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit, jedoch zeigten die Folgen, dass wir uns auf eine nationale Katastrophe einstellen müssten. Die Frage ist nicht, ob es passiert, sondern wann und wie gut wir darauf vorbereitet sind.

Die Präventionsveranstaltung in Pirna ist nur der Anfang. Weitere Veranstaltungen sind geplant, um die Vernetzung der beteiligten Akteure zu fördern und neue Erkenntnisse zu teilen. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass wir nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität gewappnet sind. Denn wenn es ernst wird, zählt jede Minute!