Martinstag im Rhein-Lahn-Kreis: Igel schützen und festlich feiern
Heute ist der 19.10.2026 und der Martinstag steht vor der Tür! Im Rhein-Lahn-Kreis wird es wieder bunt und lebhaft, wenn die Laternenumzüge durch die Gemeinden ziehen. Am 11. November ist es soweit, und wie in jedem Jahr werden die Kinder mit ihren leuchtenden Laternen die Straßen erhellen. Ein ganz besonderes Highlight in dieser Zeit sind die Martinsfeuer, die oft von Kindern, Jugendlichen oder den Gemeinden selbst aufgeschichtet werden. Doch während wir uns auf die festliche Stimmung freuen, gibt es auch einen wichtigen Aspekt, den wir nicht aus den Augen verlieren sollten: die Igel!
Ja, die kleinen Stachelritter sind jetzt besonders aktiv, denn sie suchen dringend nach Nahrung und Unterschlupf, um sich auf die bevorstehende Winterruhe vorzubereiten. Und hier kommt das Problem ins Spiel: Die Reisig- und Holzhaufen, die für die Martinsfeuer aufgeschichtet werden, dienen den Igeln nicht nur als Baumaterial für unser Feuer, sondern auch als Versteck. Wenn diese Haufen nicht rechtzeitig kontrolliert oder umgeschichtet werden, könnte es für die Igel und andere kleine Tiere gefährlich werden. Die Kreisverwaltung hat deshalb bereits eindringlich auf Schutzmaßnahmen hingewiesen. Brennmaterial sollte kurz vor dem Abbrennen umgeschichtet oder besser noch am Tag des Feuers aufgeschichtet werden.
Schutz für unsere stacheligen Freunde
Der Deutsche Tierschutzbund warnt ebenfalls, dass Martinsfeuer für Wildtiere zur Todesfalle werden können. Igel, Vögel und sogar Mäuse nutzen die Haufen als Verstecke oder Winterquartiere. Eine einfache Maßnahme, um den Tieren zu helfen: Brenngut erst unmittelbar vor dem Anzünden aufschichten oder vorher vorsichtig umschichten, um sicherzustellen, dass keine Tiere darin sind. Es ist ganz einfach, und so schützen wir unsere kleinen Nachbarn, während wir gleichzeitig den Martinstag feiern.
Es ist nicht nur die Gefahr durch die Martinsfeuer, die unseren Igeln zu schaffen macht. Im Herbst müssen sie dringend Fettreserven aufbauen, um gut durch den Winter zu kommen. Jungigel sollten bis Anfang November mindestens 500 Gramm wiegen, während ausgewachsene Tiere etwa 1.000 Gramm erreichen sollten. Ein zu geringes Gewicht kann fatale Folgen haben. Doch die Nahrungsknappheit stellt ein weiteres Problem dar: Der Rückgang der Insektenvielfalt, verursacht durch Landwirtschaft, Pestizide und Klimawandel, macht es den Igeln schwerer, genug Futter zu finden. Und auch in unseren Gärten gibt es oft nicht genug Futterpflanzen oder Verstecke für die kleinen Tiere.
Ein Fest für Mensch und Tier
Vielleicht fragen sich einige von euch, was das mit dem Martinsfest zu tun hat. Nun, es ist eine wunderbare Gelegenheit, über unseren Umgang mit Tieren nachzudenken. Anstatt der traditionellen Martinsgans könntet ihr auch pflanzliche Alternativen in Betracht ziehen. Der Deutsche Tierschutzbund bietet auf seiner Website eine Vielzahl von Rezepten an, die nicht nur tierfreundlich sind, sondern auch lecker schmecken. Immerhin gibt es genug Gründe, um ein Fest zu feiern, ohne dabei Tiere unnötig zu leiden.
Klar ist auch, dass die milden Winter die Igelaktivität beeinflussen. Viele Igel wachen während des Winterschlafs auf und verbrauchen Fettreserven, die sie nicht wieder auffüllen können. Dies ist besonders dramatisch für untergewichtige Tiere. Die IUCN hat den West-Europäischen Braunbrustigel 2024 auf die Rote Liste gesetzt, und er gilt nun als „potenziell gefährdet“. Das ist ein alarmierendes Zeichen für uns alle: Wir müssen etwas tun! Naturnahe Gärten, die Rückzugsorte bieten, können einen Unterschied machen.
Also, denkt daran, wenn ihr eure Martinsfeuer plant: Schützt unsere kleinen stacheligen Freunde, sorgt für ein wenig Rücksichtnahme und lasst uns gemeinsam ein Fest feiern, das nicht nur uns, sondern auch unseren tierischen Nachbarn Freude bringt!
