Ausstellung „Vielleicht erlebe ich den Frieden noch“ in Wewelsburg thematisiert Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine
In Wewelsburg, nur ein paar Schritte von Paderborn entfernt, gibt es zurzeit eine ganz besondere Ausstellung, die zum Nachdenken anregt. Die Sonderausstellung „Vielleicht erlebe ich den Frieden noch. Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine“ nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit und Gegenwart von Menschen, die die Schrecken des Nationalsozialismus überlebt haben. Zehn beeindruckende Lebensgeschichten stehen im Mittelpunkt, die nicht nur von den Gräueltaten der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs erzählen, sondern auch von der aktuellen Situation, in der sich diese Überlebenden heute befinden.
Am Samstag, den 24. Oktober, findet um 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt. Wer sich dafür interessiert, sollte sich beeilen – die Plätze sind begrenzt! Die Führung dauert etwa 90 Minuten und gibt einen tiefen Einblick in die Lebensgeschichten der Porträtierten. Es ist kaum zu fassen, dass in der Ukraine immer noch etwa 30.000 Überlebende der NS-Verfolgung leben. Diese Menschen haben nicht nur den Terror und die Gewalt des Krieges überstanden, sondern sehen sich nun erneut mit den Schrecken des Krieges konfrontiert, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Die Herausforderungen der Gegenwart
Die Situation dieser hochbetagten Überlebenden ist existenziell bedroht. Viele von ihnen erleben zum zweiten Mal in ihrem Leben einen Krieg, der traumatische Erinnerungen weckt und neue Belastungen mit sich bringt. Es ist, als ob die Schrecken der Vergangenheit wieder lebendig werden, während ständig die Alarmglocken für Luftangriffe läuten. Petro Bulavинets, ein Überlebender des KZ Ravensbrück, hat beschrieben, wie er täglich mit den Geräuschen von Drohnen und Raketen konfrontiert ist. Das ist kaum zu ertragen.
Ein Lichtblick inmitten dieser düsteren Realität ist das Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine. Gegründet am 9. März 2022, unterstützt es sowohl die Überlebenden als auch deren Familien. Durch Spenden werden dringend benötigte Hilfsgüter und Hilfspakete organisiert. Die Patenschaften, die im Rahmen des Netzwerks angeboten werden, helfen gezielt Überlebenden in besonders schwierigen Lebenssituationen. Für einen monatlichen Beitrag von 40 Euro kann man einen konkreten Beitrag leisten. Es ist erstaunlich zu sehen, wie 47 Organisationen, darunter Gedenkstätten und Stiftungen, sich zusammenschließen, um diesen Menschen zu helfen.
Ein Zeichen der Hoffnung
Die Ausstellung in Wewelsburg und das Hilfsnetzwerk sind mehr als nur Erinnerungen an die Vergangenheit. Sie sind ein Aufruf zu handeln, ein Zeichen der Hoffnung in dunklen Zeiten. In den letzten Jahren gab es zahlreiche Berichte über die Aktivitäten des Hilfsnetzwerks, darunter Spendenberichte und Fotoprojekte von Künstlern, die das Leben der Überlebenden dokumentieren. Der 79. Spendenbericht, der am 25. September 2026 veröffentlicht wurde, zeigt, wie wichtig die Unterstützung für diese Menschen ist und welchen Unterschied sie im Alltag machen kann.
Die Ausstellung „Vielleicht erlebe ich den Frieden noch“ ist nicht nur eine Einladung, die Geschichten dieser Überlebenden zu hören, sondern auch eine Möglichkeit, sich mit der aktuellen Situation in der Ukraine auseinanderzusetzen. Es ist eine Erinnerung daran, dass Frieden nicht selbstverständlich ist und dass wir alle eine Rolle dabei spielen können, ihn zu fördern – sei es durch Spenden, Patenschaften oder einfach nur durch das Zuhören. Wer die Lebensgeschichten dieser mutigen Menschen hören möchte, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Es ist mehr als nur eine Ausstellung; es ist ein Teil unserer gemeinsamen Geschichte.
