In Mettmann wird es bunt und lehrreich, wenn die Aktion „Toter Winkel“ wieder in die Schulen kommt. Seit zwölf Jahren sorgt dieses Projekt dafür, dass Kinder die Gefahren des Straßenverkehrs, insbesondere rund um große Fahrzeuge, hautnah erleben. Das Besondere daran? Die Kinder setzen sich ans Steuer eines echten Lkw und versuchen, ihre Mitschüler in den Spiegeln zu erkennen. Dabei wird schnell klar: Nicht alles, was sie sehen, ist auch für den Fahrer sichtbar. Ein eindringliches Erlebnis, das mehr als nur ein bisschen Aufregung mit sich bringt!

Die Wurzeln dieser wichtigen Initiative reichen bis ins Jahr 2014 zurück, als die Kreisverkehrswacht Mettmann gemeinsam mit der Spedition Caspers aus Wülfrath das Projekt ins Leben rief. Heute haben sich 14 Kooperationspartner zusammengetan, um die Schulungen mit Fahrzeugen und Personal zu unterstützen. Im Jahr 2026 nahmen 57 von 78 Grundschulen im Kreis Mettmann an der Aktion teil. Über 3.800 Schüler*innen haben durch das Projekt bereits von den Gefahren des toten Winkels erfahren. Das sind über 20.000 Kinder in den letzten zwölf Jahren – eine eindrucksvolle Bilanz!

Ein Blick hinter die Kulissen

Projektleiterin Tanja Smigoc hat bei den Schulungen alle Hände voll zu tun. Mit spannenden Fragen, wie etwa, ob ein Fahrer tatsächlich sechs Paar Augen hat, erklärt sie den kleinen Teilnehmenden die Thematik. Auf dem Schulhof umrunden die Kinder einen großen Lkw, beobachten die Sichtbereiche und nehmen selbst auf dem Fahrersitz Platz. Ein ganz neues Gefühl, das sich durch die Erkenntnis verstärkt: Auch ein aufmerksamer Fahrer kann Menschen übersehen. Ein Beispiel, das nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei Erwachsenen einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Technische Hilfsmittel wie Kameras und zusätzliche Spiegel können zwar die Sicht verbessern, aber die Aufmerksamkeit des Fahrers ersetzen sie nicht. Deshalb ist es wichtig, die zentralen Verhaltensregeln im Kopf zu behalten: Abstand halten, aufmerksam bleiben und Rücksicht nehmen. Das Straßenverkehrsamt und die Kreispolizeibehörde haben zudem einen Flyer entwickelt, der kindgerecht die wichtigsten Regeln und ein Quiz über den toten Winkel enthält.

Die Verantwortung liegt bei uns allen

Die Aktion hat nicht nur Auswirkungen auf die Kinder. Auch Erwachsene profitieren in Pedelec-Kursen der Kreisverkehrswacht von den Inhalten. Uta Heber-Wenzel, die Leiterin des Straßenverkehrsamtes und leidenschaftliche Radfahrerin, hat selbst die Sicht aus einem Lkw-Fahrerhaus erlebt und zieht seitdem an Ampeln den sicheren Abstand zu großen Fahrzeugen vor. Denn gerade an Kreuzungen lauern viele Gefahren. Eine unachtsame Sekunde kann ausreichen, um einen schweren Unfall zu verursachen.

Besonders gefährlich ist es, wenn Kinder beim Überqueren der Straße von rechtsabbiegenden Fahrzeugen erfasst werden. Ein Grund mehr, die Warnungen und Empfehlungen der DGUV-Broschüre „Der Tote Winkel: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“ ernst zu nehmen. Es gibt kindgerechte Hinweise, die sowohl zu Hause als auch in der Schule einfach umgesetzt werden können. Dazu gehört, dass Kinder nicht darauf vertrauen sollten, dass Fahrzeuge immer anhalten und den Gefahrenbereich an Kreuzungen meiden sollten.

Die Kreisverwaltung, die Kreisverkehrswacht und die Kreispolizeibehörde danken den 14 Kooperationspartnern für die Unterstützung. Ohne deren Engagement wäre die Sensibilisierung für den toten Winkel nicht in diesem Umfang möglich. Werfen wir noch einen Blick auf die Kooperationspartner: Von den Stadtwerken Velbert über die Spedition Jachmann bis hin zum THW – alle tragen ihren Teil dazu bei, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Ein Gemeinschaftsprojekt, das zeigt: Gemeinsam sind wir stark!