Kochshow in der Klimaerlebniswelt: Schüler lernen über regionale und saisonale Lebensmittel
Die heimische Küche in Lippe hat kürzlich ein spannendes Event erlebt, das sowohl die Gaumen als auch die Köpfe junger Menschen anregte. In der Klimaerlebniswelt, wo Nachhaltigkeit und Genuss aufeinandertreffen, fand eine Kochshow unter dem Motto „Ein Blick über den Tellerrand“ statt. Fast 40 Schülerinnen und Schüler der Hauswirtschafts-AG der Heinz-Sielmann-Schule in Oerlinghausen waren dabei, um mit Koch Jan Diekjobst und dem Klimabotschafter des Kreises, Ewald Lienen, in die Welt der regionalen und saisonalen Lebensmittel einzutauchen.
Das Ziel dieser Veranstaltung war klar: den Siebt- und Achtklässlern die Augen für die Bedeutung von frischen, regionalen Produkten zu öffnen. Jan Diekjobst erklärte, dass nachhaltiges Handeln bereits mit der bewussten Auswahl der Zutaten beginnt. In einer Zeit, in der der Einkauf im Supermarkt oft zur Routine wird, ist es wichtig, die Herkunft der Produkte zu hinterfragen. So wurde am Beispiel von Brombeeren, die aus Mexiko importiert werden, die Herkunft von Lebensmitteln thematisiert. Was denkt man sich als Verbraucher dabei, wenn man solche Verpackungen sieht? Wo bleibt das gute Gewissen?
Ein praktischer Ansatz für junge Köche
Die Schüler hatten die Möglichkeit, aktiv mitzumachen. Drei Freiwillige aus der Gruppe bereiteten einen Snack für ihre Mitschüler zu. Zunächst waren viele von ihnen etwas unsicher, doch schnell legten sie los, stellten Fragen zur Brotherstellung und zum Einlegen von Gemüse. Der Duft frisch gebackenen Brotes und die Farben der geschnittenen Zutaten erfüllten die Küche. Der Spaß, den diese junge Generation beim Kochen hatte, war unverkennbar. Am Ende versammelten sie sich an der Kochzeile, um das zubereitete Essen gemeinsam anzurichten. Ein kleiner Moment des Erfolgs – und vielleicht auch ein Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Lebensstils.
Diese Veranstaltung war nicht nur eine einmalige Kochshow, sondern Teil eines größeren Plans. Die Klimaerlebniswelt und die Regionale Vermarktung planen, das Konzept im kommenden Jahr fortzuführen. Geplant ist eine ganze Reihe von Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen und Zielgruppen, die sich über die vier Jahreszeiten erstrecken. Und es gibt noch mehr: Dorothea Streich hat bereits weitere bekannte Köche für die kommenden Events gewinnen können.
Nachhaltigkeit im Unterricht
Die Bedeutung regionaler und saisonaler Lebensmittel geht weit über diese Kochshow hinaus. Eine Unterrichtseinheit, die in Schulen durchgeführt werden kann, erlaubt den Schülern, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren. Sie untersuchen die Unterschiede zwischen regionalen, saisonalen und sogar biologischen Produkten. Dabei wird ihnen klar, dass „regional“ und „saisonal“ keine einheitlichen Definitionen haben. Oft sind regionale Produkte auch saisonal, aber nicht immer. Ein Apfel aus der Bodenseeregion kann durch lange Lagerung eine ähnliche Klimabilanz aufweisen wie ein nicht-regionales Produkt – auch das ist eine spannende Erkenntnis für die jungen Köche.
Die Schüler lernen, dass der Kauf von regionalen und saisonalen Lebensmitteln nicht nur umweltfreundlicher ist, sondern auch die lokale Landwirtschaft und Wirtschaft unterstützt. Sie können herausfinden, welche Obst- und Gemüsesorten zu welcher Jahreszeit Saison haben, etwa mit der App „Saisonkalender“ des Bundeszentrums für Ernährung. Das fördert nicht nur das Bewusstsein, sondern macht auch Spaß! Außerdem können sie durch einfache Handlungen wie das Einkaufen nach einem Einkaufszettel oder den Verzicht auf unnötige Verpackungen ihren Teil zur Nachhaltigkeit beitragen.
Ein ganzheitlicher Ansatz für die Ernährung
Der Ansatz zu einer nachhaltigen Ernährung geht über die Küche hinaus. Er umfasst fünf Dimensionen: Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft, Gesundheit und Kultur. Dabei wird die Wichtigkeit von ökologisch erzeugten, regionalen und saisonalen Lebensmitteln betont. Und das nicht nur aus einem gesundheitlichen Blickwinkel, sondern auch, um den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer bewussten Ernährung Rechnung zu tragen. Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind komplex: Wie beeinflusst unser Konsumverhalten andere Menschen und die Umwelt?
Die Veranstaltungen und Workshops sollen dazu anregen, selbstständig nachhaltige Einkaufspläne zu entwickeln und zu handeln. Das Ziel ist eine gesunde, genussvolle und verantwortungsvolle Ernährung. Die Teilnehmer, ob Schüler oder Erwachsene, werden ermutigt, die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und die Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen. In Lippe wird die Zukunft der Ernährung nachhaltig gestaltet, und die nächste Generation ist bereit, diesen Weg zu gehen.
