In dieser Woche geht es im Naturschutzgebiet „Heubachwiesen“ in Reken-Hülsten ans Eingemachte. Die Rodung von Gehölzen hat begonnen, und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Borken steht als Genehmigungsbehörde hinter dieser Maßnahme. Was wird entfernt? Eine ganze Reihe von Gehölzen – Einzelbäume, Hecken und Gehölzreihen. Ziel dieser Aktion? Offene Lebensräume in den Heubachwiesen zu erhalten und zu verbessern. Und das ist kein geringes Unterfangen! Insbesondere die vom Aussterben bedrohten Wiesenvögel, wie der Große Brachvogel und der Wachtelkönig, sollen von diesen Maßnahmen profitieren.

Wiesenvögel sind auf offene, strukturreiche Grünlandlandschaften angewiesen, und Veränderungen ihrer Lebensräume können deren Brut- und Aufzuchtmöglichkeiten beeinträchtigen. Die Heubachwiesen sind dafür ein traditionelles Brutgebiet und das soll auch so bleiben. Denn hier sind nicht nur der Große Brachvogel und der Wachtelkönig zuhause – auch Kiebitz, Wiesenpieper und Feldlerche finden hier ideale Bedingungen. Die Maßnahmen zur Schaffung und Erhaltung geeigneter Lebensräume sind somit ein wichtiger Schritt in Richtung Schutz der Bestände und der biologischen Vielfalt in unserer Region.

Einblick in die Heubachwiesen

Das Naturschutzgebiet Heubachwiesen erstreckt sich über die Kreise Borken und Coesfeld, wobei etwa drei Viertel der Fläche zum Kreis Borken gehören. Es besteht aus vier Teilgebieten, die von offenen, feuchtwiesenprägenden Grünlandflächen geprägt sind. Je nach Feuchtegrad variiert das Bild hier von artenarmem Intensivgrünland bis hin zu artenreichen Feuchtwiesen. Diese Vielfalt gehört zum besonderen Reiz der Heubachwiesen, die nicht nur Heimat für zahlreiche Vogelarten sind, sondern auch für viele andere Pflanzen- und Tierarten.

Jedes Teilgebiet hat seinen eigenen Charakter. Teilgebiet I, nördlich von Groß Reken, ist beispielsweise von einer Niedermoorrinne durchzogen und wird überwiegend als Grünland genutzt. Hier gibt es viele Hochstaudenfluren und sogar einige Blänken mit einer beeindruckenden Vegetationszonierung. Teilgebiet II hingegen, mit seinen südlichen Reker Wiesen, zeigt sich als eine weitläufige Weidelandschaft. In nassen Jahren wird dort nicht oder nur sehr extensiv als Mähwiese gearbeitet. Das zeigt, wie dynamisch und vielfältig dieses Gebiet ist.

Gemeinsam für die Natur

Die Rodungsmaßnahmen sind das Ergebnis einer engen Abstimmung zwischen verschiedenen Akteuren, darunter die Gemeinde Reken, die Landwirtschaftskammer im Kreis Borken und auch die Bezirksregierung Münster. Wichtig zu wissen: Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Borken ist lediglich als Genehmigungsbehörde aktiv und nicht an der praktischen Umsetzung beteiligt. Das Projekt „LIFE Wiesenvögel NRW“, das Ende 2020 von der Biologischen Station Zwillbrock e. V. gemeinsam mit elf Partnern ins Leben gerufen wurde, fördert diese Maßnahmen und hat das Ziel, die Lebensbedingungen bedrohter Wiesenvögel im nordwestdeutschen Tiefland zu verbessern. Eine echte Teamleistung, die auch von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen unterstützt wird.

Das LIFE-Programm der EU ist ein bedeutendes Finanzierungsinstrument für Umwelt- und Naturschutzprojekte. Es hat seit 1992 tausende von Projekten kofinanziert, die darauf abzielen, die europäische Natur zu schützen und die biologische Vielfalt zu fördern. Mit dem Fokus auf Artenvielfalt und Lebensräume wird auch in Reken ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung unserer einzigartigen Flora und Fauna geleistet.