Am 23. November wird die Stadtbibliothek in Hannover zum Schauplatz einer spannenden Diskussion mit dem Titel „Zukunft guter Beteiligungskultur“. Die Landeshauptstadt hat sich auf die Fahne geschrieben, den Bürgerinnen einen besseren Zugang zu politischen Entscheidungen zu ermöglichen, und genau darum geht’s bei diesem Event. Der Fokus liegt darauf, wie sich die Beteiligung der Einwohnerinnen an politischen Prozessen in Zukunft gestalten kann. Ein Thema, das nicht nur auf den ersten Blick interessant klingt, sondern auch für viele Hannovers Bürgerinnen von großer Bedeutung ist.

In dieser lebhaften Runde werden wichtige Fragen diskutiert: Was braucht es an Beteiligungsangeboten in Hannover? Welche Rolle spielen digitale Möglichkeiten und wie können die Erfahrungen sowie Vorschläge der Bürgerinnen gewinnbringend in politische Entscheidungen einfließen? Hierbei stützt sich die Veranstaltung auf die Empfehlungen des städtischen Beteiligungsbeirats, die diesen Sommer verabschiedet wurden. Das Ziel ist klar: ein langfristiges Konzept zur Weiterentwicklung der Beteiligungskultur soll dem Rat der Stadt Hannover zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Einblicke in die Pilotphase

Zum Auftakt wird die Koordinierungsstelle Beteiligung die Ergebnisse einer zweijährigen Pilotphase vorstellen. Diese Phase war nicht nur ein Experiment, sondern auch ein echter Versuch, die Art und Weise, wie Bürgerinnen in Hannover mitgestalten können, grundlegend zu verbessern. Lars Baumann, Dezernent für Personal, Digitalisierung und Recht, und Rebekka Jakob, die die Koordinierungsstelle leitet, werden gemeinsam mit Nina Lohse, der Sprecherin des Beteiligungsbeirats, auf dem Podium Platz nehmen. Moderiert von Simone Neddermann (PLANKOM), dürfte das Ganze eine spannende Diskussion versprechen, die nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen der Teilnehmenden ansprechen wird.

Ein Highlight der Pilotphase war die Einführung der Online-Beteiligungsplattform mitreden-hannover.de. Diese Plattform, die von CrowdInsights, einem Unternehmen der AKDB-Gruppe, entwickelt wurde, soll eine dauerhafte und transparente digitale Infrastruktur für Beteiligungsprozesse schaffen. Früher musste die Stadt für jedes Projekt separate Lösungen finden, die nach Abschluss wieder verschwanden. Jetzt hingegen – so zeigt die Erfahrung – können Bürgerinnen durch diese zentrale Plattform viel einfacher einbezogen werden. Über 2.000 Menschen haben sich beispielsweise innerhalb von nur drei Tagen am Projekt zur Umgestaltung des Maschparks beteiligt und mehr als 4.100 Beiträge geleistet. Das sind Zahlen, die für sich sprechen und zeigen, dass digitale Beteiligung nicht nur eine Modeerscheinung ist, sondern echte Chancen eröffnet.

Digitale Bürgerbeteiligung – Ein neuer Weg

Digitale Bürgerbeteiligung ist ein Begriff, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Sie ergänzt klassische Formate wie Bürgerversammlungen und Papierfragebögen, erreicht aber auch Menschen, die bei Präsenzveranstaltungen nicht dabei sein können. Gerade Berufstätige, junge Leute und mobil eingeschränkte Bürgerinnen finden hier eine Möglichkeit, ihre Stimme zu erheben. Das ist wichtig, denn die Einbindung der Einwohnerinnen in kommunale Entscheidungen über digitale Kanäle kann den Austausch bereichern – sei es durch Online-Umfragen, Ideenplattformen oder Mängelmelder.

Das Ziel der digitalen Beteiligung ist es, eine größere Reichweite zu erzielen und gleichzeitig eine breitere Grundlage für kommunale Entscheidungen zu schaffen. Die Möglichkeit, Rückmeldungen strukturiert auszuwerten und Probleme frühzeitig zu erkennen, ist ein weiterer Vorteil, der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Aber auch die Transparenz spielt eine große Rolle. Die Ergebnisse der Beteiligung sind dauerhaft öffentlich einsehbar, sodass Bürgerinnen nachvollziehen können, wie ihre Ideen in die Entscheidungen eingeflossen sind.

Für Hannover bedeutet dies, dass die Koordinierungsstelle Beteiligung als zentrale Ansprechpartnerin für Fachämter fungiert, die Projekte auf der Plattform anlegen möchten. Die Idee, dass die Fachämter dies selbstständig tun, wurde mit der Vorgängerversion der Plattform nicht erreicht. Der neue Administrationsbereich soll nun mehr Eigenständigkeit ermöglichen und die Beteiligungskultur in Hannover auf ein neues Level heben.

Wer also am 23. November in der Stadtbibliothek vorbeischaut, wird nicht nur Zeuge einer wichtigen Diskussion, sondern hat auch die Gelegenheit, an Thementischen eigene Erfahrungen, Ideen und Vorschläge einzubringen. Eingeladen sind alle Interessierten sowie Vertreterinnen von Initiativen, Vereinen, Politik und Verwaltung. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung nicht erforderlich – eine ideale Chance, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und aktiv an der Gestaltung der Zukunft der Beteiligungskultur in Hannover mitzuwirken.