Heute ist der 19.10.2026 und in Northeim gibt es Neuigkeiten, die uns alle betreffen. Verkehrssicherheit ist ein heißes Thema, das uns jeden Tag auf den Straßen begleitet. Besonders Fußgängerinnen und Fußgänger sind oft gefährdet, wenn sie die Straße überqueren. Die Zahlen sprechen für sich: Bei einer Kollision mit einem Fahrzeug, das mit 30 km/h fährt, überleben die meisten von uns mit leichteren Verletzungen. Aber das Bild ändert sich schlagartig, wenn die Geschwindigkeit auf 65 km/h steigt. Hier steigen die schweren Verletzungen und die Todeswahrscheinlichkeit auf erschreckende 40 Prozent. Landrätin Astrid Klinkert-Kittel macht darauf aufmerksam, dass der Unterschied zwischen 30 und 50 km/h für Autofahrerinnen klein erscheinen mag, für Fußgängerinnen aber entscheidend ist.

Die Northeimer Kreisverwaltung hat nun angekündigt, die Standorte ihrer Geschwindigkeitskontrollen transparent zu machen. Das Ziel? Regelmäßige Sensibilisierung für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit. Jeden Freitag werden die Städte und Gemeinden bekannt gegeben, in denen kontrolliert wird. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn eine reduzierte Geschwindigkeit kann Unfälle verhindern oder zumindest die Verletzungsgefahr verringern. Auf der Website des Landkreises unter www.landkreis-northeim.de/blitzer sowie in der Bürgerinfo- und Warn-App „Biwapp“ werden die Informationen veröffentlicht. Und das Beste: Bürgerinnen und Bürger können Gefahrenstellen selbst melden und Geschwindigkeitskontrollen anregen.

Die Bedeutung der Geschwindigkeit

Ein Blick auf die Zahlen aus einer Studie der Björn Steiger Stiftung zeigt, dass 2025 in Deutschland 406 Fußgänger bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Laut dieser Studie könnten viele dieser Todesfälle durch eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h in geschlossenen Ortschaften verhindert werden. Die Stiftung fordert eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung. Besonders alarmierend ist, dass ein Viertel der schweren Unfälle, bei denen Fußgänger betroffen sind, beim Überqueren der Straße außerhalb von Kreuzungen geschieht. Hier spielt die Geschwindigkeit der Fahrzeuge eine wesentliche Rolle.

Die kinetische Energie, die bei einem Aufprall wirkt, steigt quadratisch mit der Geschwindigkeit. Das bedeutet konkret, dass ein Aufprall bei 30 km/h etwa der Fallhöhe von 3,5 Metern entspricht – das ist wie ein Sturz aus dem ersten Stock! Bei 50 km/h sind es schon 9,8 Meter, und bei 70 km/h sogar 19,3 Meter. Das lässt einem das Blut in den Adern gefrieren! Diese Fakten verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Geschwindigkeit in unseren Städten zu reduzieren.

Ein Aufruf zur Achtsamkeit

Es gibt noch mehr, was wir tun können. Die Unfallforscherin Siegfried Brockmann weist darauf hin, dass viele Unfälle durch ein angepasstes Verhalten der Autofahrerinnen vermieden werden könnten. Die Sicht an Fußgängerüberwegen sollte ebenfalls kritisch überprüft werden. Parkende Fahrzeuge können oft die Sicht auf Fußgängerinnen erheblich beeinträchtigen. Auch das richtige Verhalten an Zebrastreifen muss gelernt werden – hier sollten Fußgänger*innen warten, bis die Fahrzeuge vollständig anhalten. Das klingt einfach, ist aber in der Hektik des Alltags oft leichter gesagt als getan.

Wir alle haben die Verantwortung, die Straßen sicherer zu machen. Eine erhöhte Sensibilisierung für die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit ist unerlässlich. Auch Eltern sollten darauf achten, ihre Kinder beim Überqueren der Straße aufmerksam zu begleiten und Ablenkungen zu vermeiden. Helle, reflektierende Kleidung kann besonders in der dunklen Jahreszeit dazu beitragen, die Unfallzahlen zu senken.

In Northeim sind wir auf dem richtigen Weg, aber es liegt an uns allen, diesen Weg weiterzugehen. Mit einem gemeinsamen Einsatz für mehr Sicherheit können wir die Gefahren auf unseren Straßen deutlich reduzieren. Die nächsten Schritte sind klar, und jeder von uns kann seinen Teil dazu beitragen.