In Rostock gibt es eine wertvolle Anlaufstelle für all jene, die sich um psychisch erkrankte Menschen kümmern – die Kontaktgruppe für Angehörige. Hier treffen sich Menschen, die oft in einer emotionalen Achterbahnfahrt gefangen sind, und das nicht nur aus der Ferne: Die Gruppe wird von Sozialarbeiterinnen des sozialpsychiatrischen Dienstes des Gesundheitsamts im Landkreis Rostock organisiert. Ein Ort, an dem Sorgen und Nöte Gehör finden, wo man nicht alleine ist, sondern zusammen mit anderen Betroffenen den Austausch sucht.

Die Ziele dieser Gruppe sind klar und wichtig: Die Teilnehmenden sollen lernen, ihre eigenen Probleme besser zu bewältigen, die Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu verbessern und die Interessen der Betroffenen sowie ihrer Familien zu vertreten. Das klingt vielleicht etwas abstrakt, aber es geht vor allem darum, sich als wichtige Bezugsperson ernst genommen zu fühlen. In einer Welt, in der oft nur das Offensichtliche gesehen wird, bietet die Gruppe einen Raum für Verständnis und Akzeptanz. Hier kann man sich in einer vertraulichen Atmosphäre öffnen und Mut fassen.

Ein Austausch auf Augenhöhe

Was kann man sich genau unter diesen Treffen vorstellen? Es wird viel geredet – über Sorgen, Ängste, aber auch über kleine Erfolge im Alltag. Der Austausch von Erfahrungen steht im Vordergrund, und es entsteht ein Netzwerk, das einem das Gefühl gibt, nicht allein zu sein. Man lernt andere Angehörige kennen, die ähnliche Herausforderungen meistern, und das schafft nicht nur einen Sinn für Gemeinschaft, sondern auch einen wichtigen Rückhalt.

Doch Rostock hat noch mehr zu bieten für Menschen, die in der emotionalen Zwickmühle stecken. Die Diakonie Rostocker Stadtmission e. V. etwa bietet eine FASD-Beratungsstelle, die sich um Betroffene von Fetalem Alkoholsyndrom kümmert. Es gibt auch eine Integrierte Psychologische Beratungsstelle, die Hilfe bei Erziehungsfragen, Schwangerschaftsproblemen und Lebenskrisen anbietet. Die Anlaufstelle in der Bergstraße 10 ist leicht zu erreichen und bietet ein breites Spektrum an Beratungen.

Ein Netz aus Unterstützung

Die Caritas ist ebenfalls stark vertreten in Rostock, mit verschiedenen Beratungszentren, die bei sozialen und psychischen Fragestellungen unterstützen. Ob in Dierkow oder in der Augustenstraße – hier gibt es immer ein offenes Ohr. Und für die, die mit Autismus leben oder Angehörige haben, ist die Autismus-Ambulanz ein wichtiger Anlaufpunkt. Die Volkssolidarität Kreisverband-Stadt e. V. hat hier ihre Türen geöffnet und bietet Hilfe an, wo sie gebraucht wird.

Ganz gleich, mit welchen Herausforderungen man konfrontiert ist, die Angebote sind vielfältig und auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten. Der Sozialpsychiatrische Dienst (SpDi) ist eine weitere wichtige Institution. Hier findet man Unterstützung für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Suchterkrankungen, und das ganz niedrigschwellig. Es ist nicht nötig, eine offizielle Diagnose zu haben oder eine Krankenversicherung vorzuweisen. Anonymität ist kein Problem, und die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht. Ein Anruf genügt oft, um Hilfe zu bekommen.

Das Engagement der verschiedenen Einrichtungen zeigt, wie wichtig es ist, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht allein gelassen werden. Rostock ist ein Ort, an dem Betroffene und deren Angehörige Unterstützung und Gemeinschaft finden können – ein Lichtblick in dunklen Zeiten.