Im Main-Taunus-Kreis wird es jetzt wieder Zeit, sich Gedanken über die Grippeimpfung zu machen. Ja, richtig gehört! Wenn die Tage kälter werden und die ersten Blätter von den Bäumen fallen, ist es höchste Zeit, sich um den eigenen Impfstatus zu kümmern. Die Gesundheitsbehörden rufen dazu auf, nicht nur die Grippeimpfung, sondern auch den allgemeinen Impfpass zu überprüfen. Vor allem Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe sollten sich dringend mit ihrer Hausarztpraxis in Verbindung setzen.

Im Jahr 2025 wurden im Main-Taunus-Kreis 863 Grippefälle registriert. Das ist, um ehrlich zu sein, eine Zahl, die einem zu denken geben kann! Dazu kommen 439 COVID-19-Fälle, 155 RSV-Fälle und 23 Pneumokokken-Fälle. Da fragt man sich, ob diese Zahlen nicht nur die Spitze des Eisbergs sind – denn wer weiß schon, wie viele Fälle tatsächlich nicht gemeldet wurden? Das zeigt, wie wichtig es ist, sich schützen zu lassen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat klare Empfehlungen ausgesprochen. Besonders Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollten sich jährlich gegen die Grippe impfen lassen. Auch medizinisches Personal und Menschen, die regelmäßig Kontakt zu besonders gefährdeten Personen haben, sollten nicht zögern. Die beste Zeit für die Grippeimpfung ist zwischen Oktober und Mitte Dezember, denn der Impfschutz baut sich in der Regel innerhalb von zehn bis 14 Tagen auf. Es ist ja nicht so, dass die Grippe in der Weihnachtszeit vor der Tür klopft – die Welle erreicht meist ihren Höhepunkt nach dem Jahreswechsel.

Übrigens, der Impftermin kann auch gleich genutzt werden, um andere anstehende Impfungen zu überprüfen. Und hier kommt der Clou: Wer die Impfung gegen RSV in Betracht zieht, sollte wissen, dass ältere und vorerkrankte Menschen besonders gefährdet sind. Eine einmalige RSV-Impfung wird für alle Menschen ab 75 Jahren empfohlen und für Menschen ab 60 Jahren mit schweren Vorerkrankungen oder in Pflegeeinrichtungen. Diese Impfungen sind wichtig, denn RSV kann die Atemwege angreifen und schwerwiegende Folgen haben.

Grippe und Erkältung – Ein häufiges Missverständnis

Ein weiterer interessanter Fakt: Oft wird „Grippe“ umgangssprachlich für Erkältungen verwendet. Dabei sind Erkältungen keine echte Grippe und werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern verursacht! Rhinoviren, saisonale Coronaviren und respiratorische Synzytialviren (RSV) sind nur einige. Typische Symptome einer Erkältung sind Halsschmerzen, Schnupfen und Husten, Fieber bleibt da eher die Ausnahme. Eine echte Grippe hingegen bringt plötzliches Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Gliederschmerzen und ein Gefühl der völligen Erschöpfung mit sich. Man fühlt sich einfach schwach und kann sich kaum auf den Beinen halten. Bei unkompliziertem Verlauf dauern die Beschwerden etwa fünf bis sieben Tage. Doch bei Risikogruppen können sich schwerwiegende Komplikationen wie eine Lungenentzündung entwickeln. Wer möchte das schon?

In Anbetracht der aktuellen Situation und der verschiedenen Viren, die in der Bevölkerung zirkulieren, wird für Personen mit erhöhtem Risiko bei akuten Atemwegsbeschwerden eine Labordiagnostik empfohlen. Das bedeutet, es kann sinnvoll sein, auch auf SARS-CoV-2 und Influenzaviren getestet zu werden. Ein Grippe-Schnelltest kann in bestimmten Fällen ebenfalls hilfreich sein.

Schutz für alle

Und während wir hier über Impfungen sprechen, darf man nicht vergessen, dass auch ein gewisses Risiko von zoonotischen Influenza-Viren ausgeht. Hochpathogene aviäre Influenza-Viren haben in den letzten Jahren weltweit für Aufsehen gesorgt. Menschen, die häufigen Kontakt zu möglicherweise infizierten Tieren haben, können sich theoretisch auch mit saisonalen und zoonotischen Influenzaviren anstecken. Das klingt jetzt vielleicht etwas beunruhigend, aber die STIKO hat ihre Impfempfehlungen jüngst ausgeweitet. Ziel ist es, nicht nur die besonders exponierten Personen zu schützen, sondern auch das Risiko von neuen Influenza-Viren zu minimieren, die potenziell pandemisches Potenzial besitzen.

Also, liebe Leserinnen und Leser, denkt daran: Der Impfpass ist euer bester Freund. Bringt ihn beim nächsten Arztbesuch mit und lasst euch beraten, welche Impfungen fehlen oder aufgefrischt werden müssen. Und vergesst nicht, auch die Grippeimpfung ernst zu nehmen. Die Gesundheit ist ein kostbares Gut, das gilt es zu schützen!