Stefan Hanke: Ein Mann, der die Würde der KZ-Überlebenden einfängt!
Die Gemeinde Sinzing würdigt Fotografen Stefan Hanke für seinen Kulturpreis 2025. Neujahrsempfang am 20. Januar 2026.
Stefan Hanke: Ein Mann, der die Würde der KZ-Überlebenden einfängt!
Am 20. Januar 2026 fand der Neujahrsempfang der Gemeinde Sinzing statt, bei dem der erste Bürgermeister Martin Brix besondere Erfolge von Bürgern aus dem Jahr 2025 würdigte. Unter den Geehrten war auch Stefan Hanke, der für seine herausragenden Leistungen den Kulturpreis 2025 der Stadt Regensburg erhielt. Die feierliche Preisverleihung hatte bereits am 22. Oktober 2025 im Stadttheater Regensburg stattgefunden, wo die Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer den mit 10.000 Euro dotierten Preis überreichte.
Der Kulturpreis wird verliehen, um außergewöhnliche Leistungen im kulturellen Bereich zu würdigen. Stefan Hanke, geboren 1961 in Regensburg, hat sich als Fotograf mit über 40 Jahren Erfahrung insbesondere auf die Portraitfotografie spezialisiert. Bekannt als „Menschenfotograf“, legt Hanke großen Wert auf die Würde des Einzelnen und lässt diese in seinen Arbeiten zum Ausdruck kommen. Sein bedeutendstes Projekt, „KZ überlebt“, dokumentiert seit 2010 das Leben von 120 Überlebenden nationalsozialistischer Konzentrationslager.
Das Projekt „KZ überlebt“
Durch seine Recherchen reiste Hanke durch ganz Europa, um Zeitzeugen zu finden und deren Geschichten festzuhalten. Eine besondere Stärke seiner Arbeit liegt in den eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Portraits, die die Individualität und Persönlichkeit der Überlebenden eindrucksvoll zur Geltung bringen. Das Projekt wurde ab 2013 im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestags ausgestellt und als Wanderausstellung an rund 20 Orten in Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich präsentiert. Bis heute haben über 180.000 Besucher die Ausstellung gesehen.
Hankes Engagement für die Erinnerungskultur und sein Beitrag zur Vermittlung historischer Zusammenhänge an jüngere Generationen sind von besonderer Bedeutung. Im November 2024 hielt Hanke einen Lichtbildvortrag über „KZ überlebt“ im Rathaus Sinzing, was seine Verbindung zur Gemeinde weiter festigte. Sein Anliegen, geschichtliche Themen durch Kunst zu transportieren, wird auch durch zahlreiche Auszeichnungen unterstützt: Er erhielt unter anderem den Bayerischen Fotopreis (1987), den Kodak Fotobuchpreis (1988) sowie den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg (2004) und den Kulturpreis des Landkreises Regensburg (2013).
Einfluss auf die Kultur
Hankes Projekte haben das kulturelle Leben nicht nur in Regensburg, sondern auch in der gesamten Oberpfalz bereichert. Über 40 Einzelausstellungen und zahlreiche Bildbände dokumentieren seine künstlerische Arbeit. Paul Schinner, ein Bildender Künstler und selbst Kulturpreisträger, lobt das kontinuierliche und konzeptionelle Werk von Hanke, das die Wahrnehmung von Kunst und Geschichte nachhaltig verändert.
Die Gemeinde Sinzing gratuliert Stefan Hanke herzlich zu seiner Auszeichnung und würdigt damit nicht nur seinen persönlichen Erfolg, sondern auch seine Beiträge zur Kultur und zur erinnerungspolitischen Bildung in Deutschland. Stefan Hanke ist ein Paradebeispiel dafür, wie Kunst Brücken zu historischen Themen schlagen und gesellschaftliche Diskurse anregen kann.
Für weitere Informationen über Stefan Hanke und seine Auszeichnungen können die Seiten von Sinzing sowie Regensburg besucht werden.