Sicher ins Neue Jahr: Experten warnen vor Böller-Gefahren an Silvester!
Silvester 2025 in Mering: Sicherheit bei Feuerwerk, Aufklärung und mögliche Böllerverbote im Fokus. Infos und Regelungen hier.
Sicher ins Neue Jahr: Experten warnen vor Böller-Gefahren an Silvester!
Der Jahreswechsel steht vor der Tür, und zahlreiche Menschen in Deutschland freuen sich auf ein friedliches, sicheres und gemeinschaftliches Silvestererlebnis. Feuerwerk zum Selberzünden zählt für viele zum festen Bestandteil eines gelungenen Jahreswechsels. Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk e.V. (bvpk) hat sich zum Ziel gesetzt, durch Aufklärung und Prävention für ein sicheres Silvester zu sorgen. So gibt es klare Regeln für den verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit zugelassenem sowie sicherheitsgeprüftem Silvesterfeuerwerk. Dies wird von der Plattform Mering hervorgehoben, die auch Hinweise zum Erkennen illegaler und gefährlicher pyrotechnischer Gegenstände bereitstellt.
Dennoch gibt es ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheit während der Silvesterfeierlichkeiten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor den Gefahren des Feuerwerks, insbesondere da viele Menschen legale Böller und Raketen unsachgemäß verwenden. Ab Montagmorgen, dem Verkaufsstart für Pyrotechnik, dürfen sowohl stationäre Geschäfte als auch Online-Händler ihre Ware anbieten. Die GdP fordert aufgrund wiederholter Vorfälle mehr Böllerverbote und Schutzzonen in Städten, um die Sicherheit zu erhöhen. Der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke ist besorgt, dass sich die Menschen nicht ausreichend über die Gefahren informieren. Dies wird von der Berichterstattung des Zeit untermauert, die auf die Diskussionen um ein mögliches Verbot privater Feuerwerke hinweist und betont, dass die Innenminister von Bund und Ländern sich nicht auf ein einheitliches Verbot einigen konnten.
Gefahren und Herausforderungen
In den letzten Jahren haben sich schwere Vorfälle, besonders im Zusammenhang mit Kugelbomben, ereignet, die die Diskussion über ein Böllerverbot neu entfacht haben. Kugelbomben sind in Deutschland wegen ihrer hohen Explosionskraft nicht für den Allgemeingebrauch zugelassen. Tragischerweise starben rund um Silvester in der vergangenen Saison fünf Männer bei Böller-Unfällen, während hunderte Menschen verletzt wurden. Zudem wurden Angriffe auf Einsatzkräfte verzeichnet. Die Polizei und der Zoll haben in den vergangenen Wochen illegalen Pyrotechnik beschlagnahmt, wobei allein die Berliner Polizei große Mengen illegaler Böller und Raketen sicherte. Auf der A12 bei Frankfurt (Oder) wurden 500 Kilogramm Pyrotechnik in einem Kleintransporter entdeckt, was die Besorgnis über Produkte aus benachbarten Ländern verstärkt, die nicht den deutschen Sicherheitsstandards entsprechen.
Die Diskussion wird von der Bundesärztekammer, die ein Verbot von Feuerwerk für Privatleute fordert, weiter angeheizt. Klaus Reinhardt, der Präsident der Kammer, hebt die schweren Verletzungen hervor, die jedes Jahr vorkommen, und verweist auf den Schaden, den Feuerwerkskörper für das Klima anrichten. Der bvpk hingegen weist diese Forderungen zurück und fordert strengere Maßnahmen gegen den illegalen Feuerwerksverkauf. Er betont außerdem, dass legal erhältliches Silvesterfeuerwerk streng geprüft und limitiert ist.
Statistische Einblicke und Umweltaspekte
Während die Diskussionen um das Feuerwerk im Gange sind, gibt es auch statistische Einblicke, die die Gefahren verdeutlichen: Im Jahr 2023 wurden im Durchschnitt täglich 26,5 Patienten mit feuerwerksbedingten Verletzungen in deutschen Krankenhäusern aufgenommen. Am Neujahrstag 2023 waren es 100 Patienten, mehr als dreimal so viel. Die Zahlen verdeutlichen, dass in Jahren mit Verkaufsverbot, wie 2021, nur 32 Patienten mit ähnlichen Verletzungen behandelt wurden.
Feuerwerkskörper verursachen zudem erhebliche Feinstaubemissionen. Schätzungen zufolge setzen diese jährlich etwa 1.500 Tonnen Feinstaub (PM10) frei, was knapp ein Prozent der jährlichen Feinstaubemissionen in Deutschland ausmacht. An Silvester sind PM10-Stundenwerte von 1.000 µg/m³ in Großstädten keine Seltenheit. Die schnelle Abnahme der Feinstaubbelastung hängt stark von den Wetterverhältnissen ab. In den Jahren mit Verkaufsverbot gingen die Feinstaubemissionen deutlich zurück, was die Diskussion um den Nutzen eines Verbots verstärkt.
Ein weiteres wichtiges Thema sind die Auswirkungen von Feuerwerkskörpern auf Tiere. Jedes Jahr leiden Haustiere unter dem Stress durch laute Geräusche, und Wildtiere können aus ihrer Winterruhe geweckt werden, was ihren Energieverbrauch erhöht. Beruhigungsmittel für Haustiere sowie Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren sind daher dringend notwendig.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der Schutz der Menschen, der Umwelt und der Tiere sowie die Sicherheit während der Silvesterfeierlichkeiten in Zukunft mehr Beachtung finden sollten, wie die verschiedenen Stimmen und Organisationen eindringlich betonen.