Igel in Pfaffenhofen: So kannst du den stacheligen Freunden im Herbst helfen
Herbstzeit, Igelzeit! Der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) ist in unseren Gärten rund um Pfaffenhofen a.d.Ilm kein Unbekannter. Mit seinen stacheligen Freunden zieht er sich jetzt zurück und macht sich bereit für den Winterschlaf. Doch genau hier wird es kritisch: In vielen Ecken Bayerns ist der kleine Kerl auf der Suche nach einem geeigneten Zuhause und Nahrung. Die Bestände zeigen leider eine negative Entwicklung – der Igel steht mittlerweile auf der Vorwarnliste gefährdeter Säugetiere. Ein Umstand, der uns alle betrifft, denn die Natur ist ein zerbrechliches Gefüge, und jeder von uns kann einen Beitrag leisten.
Besonders wichtig ist, dass junge Igel vor dem ersten Frost genug Gewicht aufbauen. Mitte Oktober sollten sie etwa 350 Gramm wiegen, bis Ende Oktober sind 500 Gramm das Ziel. Ist ein Igel zu leicht, kann er den Winter nicht überstehen. Und das ist nicht nur eine Zahl – es hängt auch vom Verhalten und Gesundheitszustand des kleinen Tierchens ab. Wenn du also einen Igel findest, der dir Sorgen macht, zögere nicht! Die Igelberaterin der Unteren Naturschutzbehörde in Pfaffenhofen ist nur einen Anruf entfernt.
Wie kannst du helfen?
Du fragst dich vielleicht, wie du den stacheligen Freunden unter die Arme greifen kannst? Zunächst einmal, wenn du einen Igel findest, der zu leicht ist oder sich merkwürdig verhält, wiege ihn ohne Karton! Mach ein Foto und schick es zusammen mit dem Gewicht an Igelhilfe-Pfaffenhofen@freenet.de. Bis du eine Rückmeldung bekommst, lass den Igel möglichst in Ruhe. Es könnte sein, dass er dringend Hilfe braucht, wenn er zum Beispiel verletzt ist oder unterkühlt wirkt. Ein Karton mit Zeitungspapier und einer Versteckmöglichkeit kann eine vorübergehende Sicherung bieten. Und frisches Wasser in einer flachen Schale – das ist ein guter Service für unsere kleinen Nachbarn!
Im Herbst ist das Nahrungsangebot für die Igel oft begrenzt. Sie sind auf der Suche nach Insekten, Würmern und anderem Futter. Und ja, sie sind auch ganz schön wählerisch – Obst und Gemüse sind nicht ihr Ding. Ab Mitte Oktober wird es für die Jungigel zunehmend schwieriger, die notwendigen Fettreserven anzulegen, weshalb sie bis November weiter nach Nahrung suchen. Vor dem Winterschlaf müssen sie dringend Winterspeck ansetzen, damit sie die kalten Monate überstehen.
Der Lebensraum der Igel
Die Rückgänge in der Natur belasten die Igelpopulation enorm. Immer mehr naturbelassene Gärten und Grünflächen verschwinden, Brach- und Freiflächen werden überbaut. Hecken und Sträucher, die früher so wichtige Lebensräume boten, werden seltener. Diese kleinen, stacheligen Tierchen brauchen Verstecke und Schlafplätze, und auch Totholz sowie Laubhaufen sind für sie unverzichtbar. Wenn du also einen Garten hast, überlege dir, wie du ihn igelfreundlicher gestalten kannst!
Leider sind auch Mähroboter eine ernstzunehmende Gefahr. Viele Igel werden verletzt, wenn die Maschinen durch den Garten surren. Oft ziehen sie sich in Verstecke zurück und sterben unbemerkt. Das ist traurig, denn viele von ihnen könnten gerettet werden, wenn wir nur ein bisschen aufmerksamer wären.
Das Igeljahr im Überblick
Das Igeljahr folgt einem ganz eigenen Rhythmus. Im Frühjahr wachen die Igel hungrig aus dem Winterschlaf auf. Nach der langen Ruhephase sind sie auf der Suche nach Futter und müssen vor der Paarungszeit im Mai ihre Körperreserven auffüllen. Im Sommer geht es dann an die Fortpflanzung – die Weibchen bringen zwei bis sieben kleine Igel zur Welt, die in der warmen Jahreszeit reichlich Futter finden. Im September verlassen die Jungigel schließlich die Mutter und suchen in anderen Gebieten nach Nahrung.
Wenn wir alle gemeinsam auf unsere stacheligen Nachbarn achten, können wir ihren Lebensraum und ihre Chancen auf ein Überleben im Winter deutlich verbessern. Also, wenn du nächsten Herbst einen Igel siehst, denk daran: Ein bisschen Unterstützung kann einen großen Unterschied machen!
