In Oberfranken, wo die Äpfel und Birnen nicht nur in den Gärten, sondern auch in den Herzen der Menschen verwurzelt sind, gibt es eine spannende Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alte Obstsorten zu finden und zu bewahren. Alte Apfel- und Birnbäume, die oft schon über 100 Jahre alt sind und in ihren Früchten Geschichten erzählen, stehen im Fokus. Denn viele dieser Sorten sind mittlerweile nicht mehr in Baumschulen erhältlich.

Die Regierung von Oberfranken und die Streuobstberatung haben sich zusammengetan, um diese wertvollen Zeitzeugen der Natur zu kartieren. Ende September hat ein Pomologe in den Bad-Staffelstein-Ortsteilen Horsdorf und Stublang mit seiner Arbeit begonnen. Auf der Suche nach besonderen Bäumen, die nicht nur durch ihr Alter, sondern auch durch außergewöhnliche Früchte oder eine besondere Vorgeschichte glänzen, wird jeder Hinweis von der Bevölkerung herzlich willkommen geheißen. Falls Sie einen solchen Baum kennen, können Sie sich an Dominik Frieling oder Bianca Faber wenden – die Kontaktdaten stehen weiter unten.

Die Vielfalt der alten Obstsorten

Wussten Sie, dass in rund 30 Streuobstbeständen in Oberfranken bereits 184 Apfel- und 72 Birnensorten sicher bestimmt wurden? Insgesamt vermutet man sogar rund 574 Sorten. Das ist eine beeindruckende Zahl für eine Region, die oft als stilles Hinterland wahrgenommen wird. Alte Obstbäume sind nicht nur für den Menschen von Bedeutung, sondern bieten auch Lebensraum für viele Tierarten wie den Gartenrotschwanz, Fledermäuse und seltene Insekten. Diese Bäume sind wahre Ökosysteme, die ein Stück Biodiversität bewahren, die wir nicht verlieren dürfen.

Die fehlende Baumpflege und das Ausbleiben von Nachpflanzungen sind jedoch ernsthafte Bedrohungen für diese Bestände. Daher ist das Ziel des Biodiversitätsprogramms klar: Die Sortenvielfalt soll gesichert, und die Streuobstbestände als wertvolle Lebensräume erhalten werden. Eine Baumschule und der Ökologisch-Botanische Garten in Bayreuth sind bereits mit der Nachzucht von rund 800 Bäumen betraut worden – 260 davon wurden bereits ausgepflanzt. Es tut gut zu wissen, dass es konkrete Maßnahmen gibt, um diese wunderbaren alten Sorten zu bewahren!

Die Bedeutung von Streuobstwiesen

Die Plattform zur Förderung von Streuobstwiesen hat sich als zentraler Einstiegspunkt für alle Interessierten etabliert. Egal, ob Sie gerade erst anfangen oder schon Erfahrung in der Bewirtschaftung haben – hier finden Sie wertvolle Informationen. Für Neulinge, die vielleicht eine geerbte Streuobstwiese übernehmen wollen, gibt es hilfreiche Tipps und Orientierung. Eine interaktive Karte zeigt, wo in Deutschland Streuobstwiesen konzentriert sind und wo noch Potenzial besteht. Das Netzwerken verschiedener Streuobst-Initiativen wird gefördert, um die Datenverfügbarkeit zu verbessern und die wertvollen Wiesen als Bestandteil unserer Kulturlandschaft zu erhalten.

Diese Initiativen sind nicht nur für die Natur wichtig, sondern auch für uns Menschen. Sie erinnern uns an unsere Wurzeln, an die Geschichte, die in jedem Biss eines alten Apfels steckt. Wenn Sie also in den nächsten Wochen in der Umgebung von Lichtenfels unterwegs sind, halten Sie die Augen offen. Vielleicht entdecken Sie ja einen alten Baum, der darauf wartet, entdeckt zu werden!

Für Hinweise oder Anfragen stehen Ihnen die folgenden Ansprechpartner zur Verfügung: