Im Landkreis Günzburg liegt die Zukunft in den Händen junger Menschen. Mehr als 680 Schülerinnen und Schüler aus 33 Klassen haben an einer großartigen Druck-Challenge zur Wiederbelebung teilgenommen. Diese Initiative fand in der vergangenen Schulwoche während der fünften und sechsten Unterrichtsstunde statt und hatte zum Ziel, das Bewusstsein für Wiederbelebung zu schärfen. Etwa die Hälfte der 20 weiterführenden Schulen im Landkreis war vertreten, und das ist schon mal ein starkes Zeichen!

Organisiert wurde die Aktion von Schulamtsdirektor Thomas Schulze, der sich sicher sein kann, dass die Schüler nicht nur mit viel Engagement, sondern auch mit einer gehörigen Portion Spaß dabei waren. Besonders beeindruckend: Zwölf Klassen kamen allein von der Mittelschule Thannhausen. An Übungspuppen wurde die Herzdruckmassage geübt, und in nur 30 Minuten wurden rund 120.000 Drucke ausgeführt. Das ist eine beeindruckende Zahl! Die Schüler lernten, dass die Drucktiefe zwischen fünf und sechs Zentimetern liegen sollte und die Frequenz 100 bis 120 Drucke pro Minute betragen muss – und das möglichst ohne Unterbrechung.

Die Bedeutung der Initiative

„Kids make the heart beat“ – das klingt nicht nur gut, sondern hat auch einen ganz praktischen Hintergrund. Ziel der Initiative ist es, Kinder und Jugendliche als Multiplikatoren für Wiederbelebungswissen zu gewinnen. Laut Dr. Gregor Kemming, dem Ärztlichen Direktor der Kreiskliniken Günzburg-Krumbach, ist es entscheidend, dass Ersthelfer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. In Deutschland überlebt nur etwa eine von zehn Personen einen plötzlichen Herzstillstand. Diese Quote soll durch solch praktische Schulungen erhöht werden.

Es ist erschreckend: Täglich erleiden in Deutschland etwa 350 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Nur rund 11 Prozent der Betroffenen werden erfolgreich wiederbelebt. Das zeigt, wie wichtig solche Aktionen sind, um das Bewusstsein zu stärken und das Wissen über lebensrettende Maßnahmen zu verbreiten. „Prüfen – Rufen – Drücken“ – das sind die drei Schritte, die im Notfall entscheidend sind. Und das Beste daran? Jeder kann helfen, auch die Kleinen! Rektor Stephan Sendler betonte das während der Aktion und ermutigte die Schüler, in Notfällen nicht wegzuschauen.

Erfahrungen der Schüler

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren durchweg positiv. Die zehnjährige Liljana aus der Mittelschule Leipheim berichtete, sie habe Spaß gehabt und sei stolz darauf, die Übung gemeistert zu haben. Lehrer Roland Grimm lobte den Einsatz der Jugendlichen und stellte fest, dass sie trotz der körperlichen Belastung nicht aufgegeben haben. Es werden nicht nur wichtige Erfahrungen gesammelt, sondern auch Fähigkeiten, die im Ernstfall vielleicht Leben retten können.

Insgesamt waren zahlreiche Schulen beteiligt: Die Mittelschulen Burgau, Leipheim, Offingen, Jettingen, Krumbach, Wasserburg und Thannhausen sowie die Dominikus-Zimmermann-Realschule und das Dossenberger-Gymnasium in Günzburg. Eine geballte Ladung an jugendlichem Engagement für die gute Sache!

Die Initiative ist nicht nur ein weiteres Schulprojekt, sondern ein Schritt in die richtige Richtung, um die Wiederbelebungsquote in Deutschland zu erhöhen. Man kann nur hoffen, dass dieses Wissen und die erlernten Fähigkeiten nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag präsent bleiben. Denn im entscheidenden Moment könnte genau dieses Wissen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.