Am 27. Oktober 2026 wurde die Stadt Ansbach Zeugin eines emotionalen Abschieds: Thomas Müller, der in den letzten 18 Jahren als Kreisbrandrat des Landkreises Ansbach im Einsatz war, wurde feierlich verabschiedet. Ein Wasserspalier, gefolgt von einer beeindruckenden Fahrzeugparade, sorgte dafür, dass dieser Tag unvergesslich bleibt. Stolze Gesichter, Glückwünsche und langanhaltender Applaus begleiteten Müller auf seinem Weg in den Ruhestand.

Landrat Marco Meier überreichte ihm mit einem strahlenden Lächeln das Feuerwehr-Zivilabzeichen in Gold – eine Auszeichnung, die nicht nur Müllers Engagement, sondern auch seine Verdienste um das Feuerwehrwesen in der Region würdigt. Dr. Jürgen Ludwig, der ehemalige Landrat, hob Müllers Rolle als Führungspersönlichkeit hervor. Er erinnerte daran, dass Müller nicht nur ein Ansprechpartner und Unterstützer der Feuerwehren war, sondern auch als Einsatzleiter bei größeren Einsätzen brillierte. Seine Besonnenheit und sein strategisches Geschick machten ihn zu einem Vorbild für viele Feuerwehrangehörige.

Ein Leben für die Feuerwehr

Und das alles begann bei der Heimatfeuerwehr in Dinkelsbühl, wo Müller seine Leidenschaft für den Feuerwehrdienst entdeckte. 1997 wurde er zum Ersten Kommandanten gewählt, und nur ein Jahr später folgte die Bestellung zum Kreisbrandmeister. 2008, nach einem weiteren Jahr voller Herausforderungen, wählten ihn die Kommandanten des Landkreises Ansbach zum Kreisbrandrat. In dieser Zeit war sein Dienstbezirk weitreichend – 294 Freiwillige Feuerwehren und zwei Werksfeuerwehren umfassten sein Reich.

Doch nicht nur die Führung war ihm wichtig. Müller legte großen Wert auf die Ausbildung und die Entwicklung des Führungspersonals. Er war stets ein aktiver Teil der Feuerwehrgemeinschaft, besuchte regelmäßig die Kameradinnen und Kameraden in den Feuerwehren, und übernahm die Anmeldungen zu Lehrgängen an der Feuerwehrschule persönlich. Seine Verbindungen zu Feuerwehrkameraden in Guérande, Schmalkalden und der Schweiz zeugen von seinem Engagement über die Grenzen hinweg.

Ein Erbe hinterlassen

Sein Hauptberuf als Geschäftsführer des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung war ebenfalls von großem Einfluss. Unter seiner Aufsicht wurde die Rettungshubschrauber-Station bei Sinbronn errichtet, und er spielte eine entscheidende Rolle beim Neubau der Integrierten Leitstelle in Ansbach-Brodswinden, die zehn Jahre nach Beginn der Arbeiten eingeweiht wurde. Müller selbst gab zu, dass er auf seine 18 Jahre als Kreisbrandrat mit einer Mischung aus Überraschung, Freude und Dankbarkeit zurückblickt. „Dann war nicht alles verkehrt“, bemerkte er bescheiden, als er die Landkreismedaille in Gold erhielt, die seine Verdienste würdigt.

Seine Frau Regina und Tochter Floraine-Kristin, die oft auf ihn verzichten mussten, wurden mit Blumen geehrt – ein kleiner, aber bedeutender Dank für die Unterstützung, die sie ihm während seiner Amtszeit gegeben hatten. An diesem Tag war der Abschied bittersüß und gleichzeitig voller Hoffnung für die Zukunft. Müllers Nachfolger, Christian Schmidt aus Dietenhofen, wird am 25. Oktober 2026 das Zepter übernehmen und das Erbe seines Vorgängers antreten.

Ein Kapitel schließt sich, doch die Erinnerungen und die zahlreichen Erfahrungen, die Thomas Müller gesammelt hat, werden nicht vergessen. Die Feuerwehr im Landkreis Ansbach ist stark, und das liegt auch an Menschen wie ihm.