Haushaltsentwurf 2027 im Zollernalbkreis: Fehlbetrag von über 9 Millionen Euro und geplante Kredite für Bildung und Infrastruktur
Heute ist der 19.10.2026, und im Zollernalbkreis gibt es Neuigkeiten, die für Gesprächsstoff sorgen. Landrat Günther-Martin Pauli hat soeben den Haushaltsentwurf für 2027 in den Kreistag eingebracht. Die Zahlen, die auf dem Tisch liegen, sind beeindruckend – und nicht ohne Herausforderungen. Mit ordentlichen Erträgen von knapp 359 Millionen Euro stehen die Aufwendungen bei rund 368 Millionen Euro, was einen Fehlbetrag von mehr als 9 Millionen Euro zur Folge hat. Der Plan sieht vor, diesen Fehlbetrag durch Rücklagen auszugleichen. Eine spannende, aber nicht ganz unkomplizierte Situation, könnte man sagen!
Der Haushaltsentwurf enthält auch die Planung von Krediten in Höhe von 13,5 Millionen Euro für Investitionen. Hierbei stehen Bildungseinrichtungen, Infrastruktur und das Zentralklinikum im Fokus. Diese Bereiche sind nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger wichtig, sondern auch für die zukünftige Entwicklung des Kreises. Die Kreisumlage soll zudem um 1,5 auf 34 Hebesatzpunkte steigen, was sicherlich einige Diskussionen nach sich ziehen wird. Außerdem wird der Schuldenstand zu Beginn des Haushaltsjahres voraussichtlich bei rund 5 Millionen Euro liegen.
Fachausschüsse und die nächsten Schritte
In den kommenden Wochen werden die Fachausschüsse die Details des Entwurfs beraten. Bereits in einer Klausurtagung des Kreistags wurden die Grundzüge des Haushalts vorberaten. Die Verabschiedung ist für Anfang Dezember 2026 vorgesehen. Eine spannende Zeit steht uns bevor, wenn es darum geht, die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.
Ein Blick über die Kreisgrenzen hinweg zeigt, dass das Land Baden-Württemberg am 6. Oktober 2026 ebenfalls den Entwurf für den Landeshaushalt 2027 verabschiedet hat. Hier stehen für die Kommunen zusätzlich knapp 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Die geplanten Ausgaben des Landes belaufen sich auf gut 1 Milliarde Euro, mit Schwerpunkten in Sicherheit, Bildung, Digitalisierung und Innovation. Auch die Infrastruktur wird intensiv gefördert.
Unterstützung für die Kommunen
Von den 1,2 Milliarden Euro für die Kommunen fließen 504 Millionen Euro in die kommunale Konjunkturkomponente, was für die Städte und Gemeinden von großer Bedeutung ist. Diese Unterstützung könnte auch dem Zollernalbkreis zugutekommen, insbesondere wenn es um nachhaltige energetische Modernisierungen und Investitionen in die Infrastruktur geht. Außerdem plant das Land, 200 Millionen Euro für die energetische Modernisierung kommunaler Gebäude bereitzustellen. Das ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Landesregierung die Herausforderungen der Zukunft ernst nimmt.
Die kommunalen Finanzen in Baden-Württemberg sind ein komplexes Geflecht. Die Einnahmequellen der Kommunen setzen sich aus Steueranteilen, eigenen Steuern und Gebühren sowie dem kommunalen Finanzausgleich zusammen. Dabei erhalten die Gemeinden 15 Prozent des Landesaufkommens aus der Einkommensteuer und 12 Prozent der Abgeltungsteuer. Die Verteilung erfolgt nach den Einkommensteuerleistungen der Einwohner. 2025 erhielten die baden-württembergischen Gemeinden rund 8,2 Milliarden Euro aus dem Einkommensteueranteil und etwa 1,2 Milliarden Euro aus dem Umsatzsteueranteil. Das sind erhebliche Summen, die in die kommunalen Kassen fließen und die Leistungsfähigkeit der Kommunen sicherstellen.
Es ist spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen auf den Zollernalbkreis auswirken werden. Die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten, die sich durch kluge Investitionen und eine solide Finanzpolitik bieten, könnten durchaus positiv sein. Bleiben wir dran und schauen, wie der Kreistag auf die Vorschläge von Landrat Pauli reagiert – und ob die Bürgerinnen und Bürger die Veränderungen spüren werden!
