Am Berufsschulzentrum Rottweil gab es in den letzten Wochen große Aufregung. Nach umfangreichen Reinigungsarbeiten und Raumluftmessungen können nun erfreulicherweise weitere Bereiche des Schulzentrums wieder für den Unterricht freigegeben werden. Die Ebenen 3 und 5 stehen den rund 3000 Schülerinnen und Schülern, die dort normalerweise lernen, wieder voll zur Verfügung. Auch auf Ebene 1 dürfen die naturwissenschaftlichen Fachräume und zwei weitere Unterrichtsräume genutzt werden. Das ist ein Lichtblick, nachdem zuletzt nur die Ebenen 1, 3 und 5 gesperrt waren und so insgesamt 60 Klassen- und Fachräume nicht zugänglich waren!

Die Schulleitungen hatten sich in den letzten Monaten auf eine echte Herausforderung eingestellt. Unterricht fand überwiegend im Fernunterricht oder an verschiedenen Ausweichorten statt – eine echte Umstellung für alle Beteiligten. Es war wirklich nicht einfach, mit den 78 betroffenen Klassen aus der Situation herauszukommen, aber die Rückkehr in die Klassenzimmer ist nun greifbar. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es wäre, als Schüler ständig vor einem Bildschirm zu sitzen, statt in einem echten Klassenzimmer zu lernen. Die Schulleitungen betonen, dass der Fernunterricht den Präsenzunterricht, vor allem im ersten Lehrjahr und im praktischen Unterricht, nicht wirklich ersetzen kann.

Asbestbelastung: Ein schleichendes Problem

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Schließung war notwendig, nachdem eine Asbestbelastung entdeckt wurde. Diese wurde zufällig beim Einbau einer Behindertentoilette festgestellt, als eine Decke zur Tiefgarage geöffnet und die Raumluft untersucht wurde. Die Quelle der Asbestfasern war eine asbesthaltige Brandschutzummantelung eines Lüftungskanals in der abgehängten Decke der Tiefgarage. Das Gesundheitsamt stellte fest, dass die höchsten Werte vor allem in den Toiletten und auf der gesperrten Ebene 1 auftraten. An 47 Messpunkten wurden Werte zwischen bis zu 500 Fasern pro Kubikmeter Raumluft bis über 1000 Fasern festgestellt. Das sind schon besorgniserregende Zahlen, wenn man bedenkt, dass Asbest gesundheitliche Risiken birgt.

Heinz-Joachim Adam, der Leiter des Gesundheitsamts, hat jedoch betont, dass die realistische Gesundheitsgefahr für Schüler und Lehrkräfte als nicht gegeben eingeschätzt wird. Die Einschätzungen basieren auf der Aufenthaltsdauer, der deutlich geringeren täglichen Exposition der Schüler und der Konzentration der höchsten Werte in den Toiletten. Dennoch ist klar, dass die Asbestsanierung der Tiefgarage für die Sommerferien 2027 geplant ist, und bis dahin müssen diverse Maßnahmen durchgeführt werden, um die Gesundheit aller zu schützen. Schließlich ist Asbest ein Thema, das nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Die Zukunft des Berufsschulzentrums

Für die noch gesperrten Bereiche, besonders im Bauabschnitt 1, sind weitere Reinigungen und Kontrollen in Planung. Die vollständige Freigabe aller verbleibenden Räume ist vor den Weihnachtsferien angestrebt, was für die Schulgemeinschaft eine wichtige Hoffnung darstellt. Es bleibt abzuwarten, wie lange die Toiletten in Bauabschnitt 1 geschlossen bleiben müssen. Möglicherweise wird ein Toilettencontainer notwendig sein, bis die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind.

Die Tatsache, dass Asbest in vielen älteren Gebäuden in Deutschland noch immer ein Thema ist, ist nicht neu. Seit dem Verbot von Asbest vor mehr als 30 Jahren ist es in Millionen älterer Gebäude zu finden. Bei Renovierungen und Umbauten besteht immer das Risiko, dass Asbestfasern freigesetzt werden. Ein echtes Dilemma, das gerade bei so vielen jungen Menschen, die in Rottweil lernen, Sorgen aufwirft. Und während es in der Luft Messwerte gibt, die von den Behörden genau beobachtet werden müssen, ist es wichtig, dass alle, die mit solchen Materialien arbeiten oder betroffen sind, gut informiert und geschützt werden.

Insgesamt ist es ermutigend zu sehen, dass Fortschritte gemacht werden, um die Sicherheit der Schüler und Lehrkräfte zu gewährleisten. Die Rückkehr in die Klassenzimmer ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Bleibt zu hoffen, dass der Rest der Räumlichkeiten bald auch wieder genutzt werden kann – für eine unbeschwerte Schulzeit und eine gesunde Lernumgebung für alle!