Die Wälder im Rhein-Neckar-Kreis stehen vor einer ernsthaften Herausforderung. In diesem Sommer hatten vor allem die Fichten und Lärchen ganz schön zu kämpfen, denn die kleinen, lästigen Borkenkäfer haben wieder zugeschlagen. Die Hitze und Trockenheit haben zudem auch Kiefern und Douglasien schwer zugesetzt. Die Schadholzmengen sind momentan glücklicherweise noch unter den Werten der letzten Jahre, aber die Warnungen des Kreisforstamtes sind nicht zu überhören. Besonders der Ausblick auf das Jahr 2027 lässt die Alarmglocken läuten.

Das Kreisforstamt hat die besorgniserregende Nachricht verbreitet, dass wir uns auf einen möglichen Anstieg des Borkenkäferbefalls vorbereiten müssen. Nach den Extremjahren 2003 und 2018 kam es jeweils im Folgejahr zu einem dramatischen Anstieg der Schadholzmengen. Jetzt, wo die Temperaturen gesunken sind, ziehen sich die Käfer in ihre Winterruhe zurück, und ein neuer Frischbefall ist zurzeit selten. Doch die in diesem Sommer angelegten Bruten haben noch das Potenzial, sich vollständig zu entwickeln. Das lässt nichts Gutes erahnen.

Frühzeitige Maßnahmen ergreifen

Es ist ratsam, befallene Bäume möglichst frühzeitig zu entfernen, bevor sich die Rinde ablöst – denn dann wird es richtig schwierig, die Schädlinge zu bekämpfen. Spätestens bis Februar sollten diese Bäume aus dem Wald geschafft werden. Wenn das nicht rechtzeitig geschieht, können die Borkenkäfer in den Boden gelangen und dort überwintern, was die Ausbreitung in der nächsten Saison nur noch schwieriger macht. Auch befallene Holzpolter müssen zeitnah aus den gefährdeten Waldbeständen abtransportiert werden.

Die aktuelle Situation ist nicht nur lokal ein Thema. In mehreren Regionen Deutschlands verfärben sich immer mehr Nadelbäume wie Fichten, Tannen, Kiefern, Lärchen und Douglasien rot. Dies ist auf die extreme Hitze und Trockenheit des letzten Sommers zurückzuführen. An Fichten und Tannen wurden zahlreiche Brutbilder unter der Rinde entdeckt, während der Befall bei Douglasien überwiegend sekundär ist.

Ein Blick auf die Zukunft

Die Schwärm- und Monitoringsaison ist nun beendet. Trotz milder Temperaturen schwirren die letzten Käfer in die Winterruhe, und nennenswerter Frischbefall blieb aus. Der Großteil der Käfer, die nun überwintern, stammt aus den F2-Bruten, die sich in den Brutbeobachtungsstämmen sehr schnell entwickelt haben. Komischerweise konnte sogar in Höhenlagen bis etwa 800 Metern eine dritte Buchdrucker-Generation angelegt werden, die allerdings nur von geringer Bedeutung ist.

Das Thema Borkenkäfer und Klimawandel ist ein heißes Eisen. Die Trockenheit und Hitze der letzten Jahre haben die Massenvermehrung der Käfer begünstigt. Während man für 2023 zunächst auf sinkende Waldschäden hoffte, haben späte Schwärmflüge die Fraßsaison verlängert. In manchen Regionen, wie Thüringen, kam es im Spätsommer und Herbst erneut zu massiven Schwärmflügen, die fast eine Million Festmeter Schadholz zur Folge hatten. Wer hätte gedacht, dass sich die Situation so schnell verschärfen kann?

Die Prognose für 2024 klingt angespannt. Späte Bruten könnten zu höheren Käferbeständen im Frühjahr führen, insbesondere wenn der Winter milde ausfällt. Das bedeutet, dass die Kontrolle der Fichtenbestände weiterhin arbeitsintensiv bleibt, denn jede einzelne Fichte muss auf Befall geprüft und gegebenenfalls markiert werden. Die Waldpflege ist wichtiger denn je, um die Ausbreitung der Käfer im nächsten Jahr zu begrenzen.

Für weitere Informationen stehen die Forstrevierleitungen des Kreisforstamtes zur Verfügung. Es bleibt zu hoffen, dass die kommenden Monate die Wälder im Rhein-Neckar-Kreis nicht weiter belasten. Die Natur hat ihre eigene Art, uns herauszufordern. Es bleibt spannend.