Am 15. Oktober 2026 war es wieder so weit: Die 17. Einbürgerungsfeier im Landratsamt Konstanz fand statt, und damit wurden rund 250 Menschen in die Gemeinschaft der deutschen Staatsbürger aufgenommen. Ein bewegender Tag, der nicht nur für die Neubürgerinnen und Neubürger, sondern auch für die ganze Stadt ein Zeichen der Vielfalt und der Integration setzt. Vor über 1.000 Eingebürgerten, die seit Oktober 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben, wurde hier ein weiterer, bedeutsamer Schritt in die neue Heimat gefeiert.

Landrat Zeno Danner überreichte persönlich sechs Personen ihre Einbürgerungsurkunden. Unter den Gästen war auch Hwnar Khalid Mohammed Mohammed aus dem Irak, der in Singen lebt. Er sprach über seine Beweggründe für die Einbürgerung und die Hoffnung, die mit diesem Schritt verbunden ist. Carsten Gabbert, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Freiburg, hielt eine Gastrede, die das Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Ankommens unterstrich. Für die musikalische Untermalung sorgte die Jugendabteilung „Die Philianer“ des Stadtchors Engen unter der Leitung von Ulrike Brachat – ein passendes musikalisches Rahmenprogramm für diesen feierlichen Anlass.

Ein Schritt in eine neue Zukunft

Die Einbürgerungsfeier war nicht nur eine formelle Angelegenheit, sondern vielmehr ein emotionales Fest. Es war der Moment, in dem viele Neubürgerinnen und Neubürger ihren Platz in Deutschland offiziell einnahmen. Auch Yirca Morejon Montes aus Kuba war unter den Anwesenden. Sie lebt seit mehr als 20 Jahren im Landkreis Konstanz, hat hier eine Familie gegründet und arbeitet als Tanzlehrerin – ihre Zumba-Gruppe sollte nach der Feier ebenfalls noch gebührend gefeiert werden! Für sie war die Einbürgerung ein wichtiger, emotionaler Schritt. Die Erinnerungen an Kuba – das warme Wetter, die offenen Menschen – sind Teil ihrer Kindheit, während sie sich heute als Deutsche fühlt. „Ich möchte auch bei Aufenthalten in Kuba nach kurzer Zeit wieder nach Deutschland zurückkehren“, schilderte sie. Ein Gefühl, das viele mit ihr teilen können.

Die Feiern waren nicht nur ein Ausdruck der Freude, sondern auch ein Symbol für das, was es bedeutet, in Deutschland anzukommen. Rund 1.000 Eingebürgerte stammen aus 100 Ländern, wobei die häufigsten Herkunftsländer Syrien, Nordmazedonien, Kosovo, Russland und Serbien sind. Die Vielfalt in Konstanz wird durch diese Zahlen eindrucksvoll dargestellt. Viele Menschen, die sich entschieden haben, in Deutschland zu leben, mussten oft über Jahre hinweg die Unsicherheiten des Bleiberechts durchstehen, bevor sie den Schritt zur Einbürgerung wagen konnten.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Einbürgerungen in Deutschland insgesamt zeigen ein ähnliches Bild. Im Jahr 2025 erhielten 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit – ein Anstieg von 14 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, denn dies ist das erste Mal seit Beginn der Statistik im Jahr 2000, dass die Zahl der Einbürgerungen die 300.000er-Marke überschreitet. Die häufigsten bisherigen Staatsangehörigkeiten bei den Einbürgerungen waren syrisch, türkisch und russisch. Es ist offensichtlich, dass die Nachfrage nach Zugehörigkeit und Sicherheit in Deutschland ungebrochen ist.

Die Einbürgerungsfeiern in Konstanz sind nicht nur ein feierlicher Akt, sondern auch ein wichtiges Zeichen der Integration. Sie zeigen, dass Deutschland ein Land ist, in dem Menschen aus aller Welt eine neue Heimat finden können. Und das ist doch etwas, worauf wir alle stolz sein können.